Hebungsrisse

Eine schleichende Katastrophe - die Staufener Hebungsrisse

Ursachen und Gegenmaßnahmen

In den Jahren 2006–2007 wurden das historische Rathaus und das rückwärtige Rathausgebäude von Staufen generalsaniert. Bei dieser Gelegenheit beschloss der Gemeinderat einstimmig, für die Heizung und Kühlung der beiden Rathausgebäude eine innovative Energietechnik zu nutzen, nämlich Erdwärme (Geothermie). Im September 2007 hat die Stadt Staufen sieben bis zu 140 m tiefe Erdwärmesonden bohren lassen.

Wenige Wochen später wurden an mehreren Gebäuden in der historischen Altstadt Risse festgestellt. Mit geodätischen Messungen wurden Hebungen des Untergrunds als Schadensursache nachgewiesen. Bis zum Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2009 hob sich der Untergrund mit konstanter Geschwindigkeit von bis zu 11 mm je Monat im Bereich der Rathausgasse. Nach aufwändigen Untersuchungen weiß man heute, dass undichte Erdwärmesonden für die Hebungen verantwortlich sind.

Seit nunmehr 10 Jahren kämpft die Stadt Staufen mit den Folgen dieser Katastrophe. Hier die Chronologie (3,3 MiB) zum Nachlesen.


Staufen darf nicht zerbrechen

Teilabriss des rückwärtigen Rathausgebäudes

Für die Durchführung der vierten Bohrung wurde im September 2014 das rückwärtige Rathausgebäude teilabgerissen. Dieses Gebäude war so stark geschädigt, dass es nur durch Abstützmaßnahmen erhalten werden konnte. Es diente zuletzt nur noch als Anschauungs- und Besichtigungsobjekt und musste aufgrund der großen Schäden von der Verwaltung schon Ende 2009 geräumt werden.

Der restliche Gebäudeteil bleibt vorläufig stehen, um das Nachbargebäude zu sichern und weitere Untersuchungen durchführen zu können. Mittelfristig wird auch dieser Teil abgerissen werden müssen. Dafür ist aber zunächst ein Sicherungskonzept zu erarbeiten.


Schlossberg Wäscherei abgerissen

Frühere Schlossberg Wäscherei wurde abgerissen

Das 1952 errichtete Gebäude der früheren Schlossberg-Wäscherei war durch die Rissbildung so stark geschädigt, dass sich eine Instandsetzung nicht mehr lohnte. Es musste abgerissen werden.

Ursprünglich für eine Wäscherei errichtet, wurde das Gebäude in den letzten Jahrzehnten durch die Stadt und die Stadtwerke Staufen als Lagerhalle und Werkstatt für das Wasserwerk genutzt.

Das Gebäude lag unmittelbar auf einem durch die Erdhebung verursachten Bodenriss und wurde durch die Erdhebung in zwei Teile gerissen. Fenster und Türen waren bereits seit Beginn der Erdhebung durch kräftige Kanthölzer stabilisiert. Auch im Gebäudeinneren war es erforderlich, zusätzliche provisorische Tragachsen aus Kanthölzer einzubauen. Das Gebäude wurde durch die Erdhebungen insgesamt um 45 cm angehoben. Die gesamte Rissbreite im Bauwerk betrug mehr als 25 cm. Da erkennbar war, dass weitere aufwändige statische Sicherungen für das Gebäude notwendig wurden, hatten sich die Eigentümer für den Abbruch entschieden. Auf der durch den Gebäudeabbruch entstehenden Freifläche wurden Parkplätze eingerichtet. Die Gesamtkosten für den Abbruch des Gebäudes und das Herrichten der Fläche betrugen ca. 35.000,- €.

Mit der ehemaligen Schlossberg-Wäscherei musste ein erstes Gebäude in Staufen aufgrund der Hebungsrisse abgebrochen werden.

Geschichte

Zur Geschichte: Die „Schlossberg-Wäscherei“ wurde zusammen mit dem angrenzenden 13-Familienhaus in der Kirchstraße 1952 fertiggestellt. Der Betrieb war ebenso wie die Wohnungen ausdrücklich für Flüchtlinge bestimmt, was der Stadt als Bauherrin die Möglichkeit gab, Kredite aus dem Lastenausgleichsfonds zu beantragen.

Die Wäscherei wurde zunächst von Albert Reiss betrieben, um 1960 folgte ihm Alfred Klose; beide Flüchtlinge. Ende der 1960er Jahre wurde das Betriebsgebäude von der Stadt übernommen. Neben der „Schlossberg-Wäscherei“ befand sich mit dem Mechanikerbetrieb von Oskar Heinrich noch ein zweites Flüchtlingsgeschäft in dem Gebäude, und zwar in dem - vom Hof aus gesehen - rechten Teil.


Millionenhilfe für Staufen

Land und Kommunen geben Millionen für Staufen

Ein Drittel direkte Landeshilfe, ein Drittel aus dem Säckel der baden-württembergischen Kommunen, ein noch offenes Drittel mit Raum für kreative Ideen – so sieht der Finanzierungsplan zur Sanierung der Staufener Risseschäden aus, den Ministerpräsident Stefan Mappus bei seinem Besuch am 20.12.10 in der Fauststadt präsentiert hat.

weiter zum Bericht der Badischen Zeitung.


Sachstandsberichte des Landesamts

für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) zur Erkundung und Sanierung des Schadensfalls Staufen sowie Hebungsfiguren

Zum 1. Sachstandsbericht vom 6.7.2010
1.Sachstandsbericht (LGRB)

Zum 2. Sachstandsbericht vom 2.6.2012
2.Sachstandsbericht (LGRB)

Animierte Hebungsfigur der Bodenhebungen 2009 - April 2013.

Entwicklung Hebungsfiguren

Typ Name Datum Größe
pdf 11 2017 Juli bis Oktober 22.01.2018 263 KiB
pdf 10 2017 März bis Juli 22.01.2018 207 KiB
pdf 09 2016 2017 Oktober bis März 04.09.2017 278 KiB
pdf 08 2016 Juni bis Oktober 04.09.2017 231 KiB
pdf 07 2016 März bis Juni 04.09.2017 546 KiB
pdf 06 2014 2015 September bis März 04.09.2017 920 KiB
pdf 05 2014 Juni bis September 04.09.2017 300 KiB
pdf 04 2014 März bis Juni 04.09.2017 277 KiB
pdf 03 2013 2014 Oktober bis März 04.09.2017 509 KiB
pdf 02 2013 Juli bis Oktober 04.09.2017 363 KiB
pdf 01 2013 April bis Juli 04.09.2017 157 KiB


Antragsformulare zur Schlichtung

Fragen zu "Risse in Staufen" (FAQ)

Was Besucher der Fauststadt zu den Hebungsrissen wissen wollen, können Sie hier lesen.

Kann ich in Staufen ein Quartier buchen, ohne dass ich besondere Sicherheitsvorkehrungen beachten muss?

Selbstverständlich! Die Risseschäden konzentrieren sich auf einen sehr begrenzten Raum. Nur wenige gastgebende Betriebe sind direkt betroffen. Diese vermieten nur solche Räumlichkeiten, bei denen keinerlei Beeinträchtigungen durch Risse zu verzeichnen sind.

Sind in Staufen Bauwerke durch die Risse einbruchsgefährdet?

Bislang musste nur ein Gebäude (das städtische Bauamt) im unmittelbaren Zentrum des Hebungsgeschehens für den Zutritt gesperrt werden. Die historischen Gebäude des Stadtkerns dagegen sind glücklicherweise aufgrund ihrer baulichen Merkmale in der Lage, die Hebungen statisch erstaunlich gut zu kompensieren. Alle stark betroffenen Gebäude werden im engen zeitlichen Rhythmus von Statikern geprüft.

Was bewirken die Hebungen im städtischen Leitungsnetz (Gas, Wasser, Strom)?

Mit dem Bekanntwerden der Hebungen haben sich die Energiedienstleistungsfirmen speziell dem Staufener Leitungsnetz gewidmet. Mit großem Aufwand wurden in regelmäßigen Abständen flexible Elemente in das Netz eingebaut, um Niveauverschiebungen auszugleichen. Zusätzlich erfolgen in engen zeitlichen Abständen Prüfungen der Leitungsverbindungen. Das Gasnetz ist das am besten überwachte in ganz Deutschland.

Kann man schon sagen, wann das Heben in Staufen aufhören wird?

Leider nein! Wir gehen davon aus, dass derzeit kein Wasser mehr in die quellende Schicht eindringen kann. Jedoch kann derzeit niemand genau sagen, wie lange das bereits eingedrungene Wasser noch den Anhydrit zu Gips quellen lässt. Klar ist nur, dass sich die Hebegeschwindigkeit kontinuierlich senkt.

Wann werden die Sanierungsmaßnahmen in Staufen beginnen?

Grundlegende Sanierungsmaßnahmen können erst dann starten, wenn sich der Grund nicht mehr hebt. Natürlich hoffen wir, dass dies recht bald der Fall sein wird. Jedoch wird sich auch dann die Stadt nicht in eine große Baustelle verwandeln. Sachliche und finanzielle Gründe sprechen für eine Zug-um-Zug-Vorgehensweise

Ist zu befürchten, dass es nach der Hebungsphase zu einem Einsinken kommen wird, weil durch das ständige Abpumpen von Wasser neuerliche Hohlräume entstanden sind?

Ein solches Szenario ist extrem unwahrscheinlich, weil das Quellen der Schichten auf die Umwandlung von Anhydrit durch Einlagerung von Wasser zurückzuführen ist, dabei handelt es sich bei Gips um sehr festes Material. Durch das Abpumpen von Wasser wurden nachweislich noch keine Lösungsprozesse verursacht.

Kann ich durch den Kauf von Produkten der Staufenstiftung wirklich helfen oder ist das nicht bloß ein Tropfen auf den heißen Stein?

Sie helfen mit jedem Euro, der in die Stiftung fließt! Natürlich ist uns klar, dass sich die gewaltige Aufgabe der Sanierung nicht alleine aus privaten Mitteln verantwortungsbewusster Gäste stemmen lässt. Das Land, der Landkreis und natürlich auch die Stadt Staufen selbst müssen den Löwenanteil bewältigen. Jedoch ist uns Ihr Beitrag besonders wertvoll, weil er allen Beteiligten signalisiert: Wir, die Gäste und Liebhaber Staufens, stehen euch, den Betroffenen, bei der Bekämpfung dieser Katastrophe bei. Das gibt Mut!


Stadt Staufen im Breisgau
Stadt Staufen im Breisgau
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79219 Staufen i. Br.
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Fax 07633 50593
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79219 Staufen i. Br.
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Gebäude: Stadtbauamt
Raum: 1.05
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Telefon 07633 805-39
Gebäude: Stadtbauamt
Raum: 1.02
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Gebäude: Stadtbauamt
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Telefon 07633 805-62
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Raum: 1.02