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Der Friedhof Staufen

Teil 10: Die Gräber der Familien mit savoyischen Vorfahren

Im 16. bis 18. Jh. erfolgte in Süddeutschland eine größere Zuwanderung von Menschen aus Savoyen. Es handelte sich dabei nicht um religiöse Gründe wie bei den Hugenotten, die ihres protestantischen Glaubens wegen vertrieben wurden. Vielmehr waren die Lebensbedingungen in ihrer Heimat hart durch Abholzung der Wälder, Rückgang der Nutzflächen, strenge Winter als Folge der Klimaverschiebung, kinderreiche Familien. In Deutschland wiederum hatte eine Entvölkerung stattgefunden durch die Pest und den Dreißigjährigen Krieg. So verließen unternehmungslustige und wagemutige Männer zeitweilig oder auf Dauer ihre Heimat südlich vom Genfer See, den heutigen französischen Départements Haute-Savoie und Savoie und der italienischen Region Aosta-Tal, um in der Fremde ein Auskommen zu finden.

Das gelang nicht immer. Diese Savoyarden wurden teilweise verächtlich als „welsche Krämer“ bezeichnet wegen falscher Münzen, Steuerhinterziehung oder minderwertiger Waren, als Scherenschleifer und Murmeltierführer. Vielfach aber erfolgte in Südwestdeutschland eine gute Integration tüchtiger savoyischer Händler. Manche stammten auch aus gutsituierten Häusern, und wanderten  aus, um in der Fremde zu mehr Wohlstand zu gelangen, z.B. die Familie Hugard.

Die Händler importierten Waren aus Frankreich, die hier nicht so oft angeboten wurden: Edelsteine, Textilien, Waffen, Musikinstrumente, Kosmetika. Dadurch waren sie nicht unbedingt eine Konkurrenz für die einheimischen Händler. Zunächst präsentierte man ein Angebot von Waren auf einer Trage, nahm Bestellungen auf und lieferte später aus einem Zwischenlager. Dazu wurden vielfach Verwandte aus der Heimat eingesetzt. Im Winter kehrte man dann im Allgemeinen in die Heimat zurück, zu der immer eine gute Verbindung gehalten wurde, oder aber wurde in der neuen Heimat sesshaft. Die Nachfahren wurden vielfach angesehene Bürger, hohe Beamte oder Geistliche.

Die savoyischen Händler erkannte man an ihrem Handelszeichen, einer Vier mit mehrfachem  Querstrich, darunter spezielle Zeichen der einzelnen Familien. Man findet diese Zeichen an ihren Häusern, welche sich oft in markanter Lage befinden, in der Nähe der Kirche, am Marktplatz oder an Durchgangsstraßen. Die Herkunft des Zeichens ist nicht ganz geklärt. Es könnte sich um ein spätrömisches Zeichen für den Handelsgott Merkur handeln. Das Beispiel der Familie Litschgi in Bad Krozingen zeigt unter der mehrfach quergestrichenen Vier ein Herz und ein Lamm mit der Fahne Gottes. Sie kamen aus Gressoney-St.-Jean, benannt nach dem hl. Johannes, dessen Symbol dieses Lamm war. Die Litschgis wurden so wohlhabend und einflussreich, dass man sie „die Fugger des Breisgau“ nannte.

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Sav.Zeichen Friedhof\Hugard, Fr. Jos..jpg 

Savoyisches Händlerzeichen

Die Vier ist gut zu erkennen auf dem steinernen Kreuz des Franz Joseph Hugard auf der Grabplatte des Claudius Hugard, ebenso nahebei am Kreuz der Maria Anna Hugard. In der Nähe liegt eine große verwitterte Grabplatte mit einer Vier, unter der sich ein Herz befindet.

Eine andere Deutung der Vier ist die Herkunft vom Bild einer Tanne. Der Name Savoyen leitet sich ja ab von der lateinischen Bezeichnung für Tanne =  Sapaudia. Die Tanne ist abgebildet bei dem Stadtschreiber Johann Baptist Hugard und dem Händler Johann Peter Hugard.

Wir finden auch den Stab des Handelsgottes Merkur, nämlich bei Franz Anton Martin und Carolina Elisabetha Hugard.

In Staufen tauchten noch weitere savoyische Namen auf, z.B. Werra oder Montfort. Besondere Bedeutung errang die Familie Hugard. Die Grabsteine stehen in der Nähe der Familie Martin. Eine andere große Grabstätte der Hugards, auch für die Nachfahren Ulmann, liegt in der Nähe der Westseite der Mauer bei einem Baum, um den rundherum eine Bank läuft.

Wir betrachten zunächst einen Grabstein rechts neben der Kapelle:

von Khuon Michael 1815

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Khuon, v..jpg    ... V. KHUON F[ürstlich] S[ank]T B[lasianischer]
… UND RENTMEISTER
… VERWALTER
.... [Oberein-n?]EHMER
GEB.           GEST. D. 4.JUNI

MAR: SIDON... GEB. GEBELE VON WALDSTEIN
GEST. 2.JULI   (?)07     ALT 43 JAHR   6. MC(?)

DEREN TOCHTER
FRANZISKA WALBURGA VON KHUON, Gemahlin
DES GR. BAD. AMTMANNS C. I. RIEGEL
GEST. D.  ....FEBR. 1817 ALT    21 JAHRE

HIER    ....     DIE FRIEDLICHEN GEBEINE
VON ENGELGUTEN SEELEN EINST BELEBT
SIE SIND NUN(?) DORT IM SEELIGEN VEREINE
NACH WELCHEN(?)  DIE VERWANDTE SEELE STREBT

 

Der Stein ist verziert durch zwei Wappenschilder mit Löwen und Pfeilbogen.

Über die Familie von Khuon gibt es ein verbürgtes Geschehnis zu berichten, nachzulesen in einem Büchlein. Das Ereignis geschah um 1750. In der Nähe von Rottweil lebte auf der Burg Wildegg ein Herr von Khuon. Eines Tages kamen Zigeuner und forderten vom Schlossherrn eine Gabe. Als sie immer unverschämter wurden, verwies der Schlossherr sie des Hauses. Bei der Rückkehr vom Kirchgang musste er entdecken, dass sein dreijähriges Söhnchen verschwunden war. Sein Verdacht fiel sofort auf die Zigeuner. Mehrere Tage lang suchte man nach ihnen und fand sie schließlich in einem Waldstück. In ihrer Mitte hatten sie einen Knaben von etwa drei Jahren mit brauner Haut und sehr elend. Der Vater erkannte seinen Sohn und brachte ihn nach Wildegg. Dort erzählte der Knabe, dass man seine Haut mit Speckschwarten eingerieben hatte und ihn lange ungeschützt der Sonne ausgesetzt hatte, sodass er so braun wurde wie die Zigeunerkinder. Diese Farbe hat er sein Leben lang behalten. Und wer war dieser Knabe? Der spätere Rentmeister Johann Franz Michael Bonaventura von Khuon, geboren 1747!

Er wurde später St. Blasianischer Verwaltungsbeamter, verantwortlich für Staufen und Kirchhofen, wo er erfolgreich wirkte. Unter anderem pflanzte er in Staufen am Schlossberg neue Reben und gründete eine Brauerei.

Auf einer Dienstfahrt zwischen Staufen und St. Blasien verunglückte die Kutsche. Er wurde so schwer verletzt, daß er 1815 an den Folgen verstarb. Die Überprüfung seiner Bücher ergab ein Defizit von 1000 Gulden. Seine Familie war sehr unglücklich, da er immer ein ehrenwerter Mann gewesen war. Viele Jahre später wurde in Karlsruhe, das nun zuständig für Staufen war, ein junger Mann mit der Überprüfung der alten Akten beauftragt. Er fand heraus, dass es sich nur um einen Rechenfehler gehandelt hatte. Voller Dankbarkeit hielt die Tochter des Rehabilitierten, Crescentia von Khuon, verehelichte Martin, ihre drei Töchter dazu an, diesen jungen Beamten Johann Nepomuck Prestinari, in ihr Nachtgebet einzuschließen. [Weiter s. Grabmal Prestinari!]

Ein hohes graues Jugendstildenkmal, das an ein Liebespaar erinnert:

Prestinari Johann Nepomuck 1892

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Prestinari 1892 ganz.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Von Khuon-Prestinari\Prestinari Ir. Kreuz.jpg    HIER RUHEN IN GOTT
JOH. NEP. PRESTINARI
FÜRSTL. FÜRSTBG. DOMÄNDIREKTOR
GEB 4 FEBR 1810   GEST 7 DEZ 1892
UND SEINE EHEFRAU
ELEONORE GEB. MARTIN
GEB 15 AUG 1818   + 19 MÄRZ 1900
HERR LASS SIE RUHEN
IN FRIEDEN

 

Der hohe hellgraue Stein wirkt wie Jugendstil. An der Spitze befindet sich ein Kreuz, das einem irischen Kreuz ähnelt. Darauf steht das christliche Zeichen XP (Chi-Rho = Christus).

Bei Michael von Khuon haben wir von einem jungen Beamten gehört. Dieser Johann Nepomuck Prestinari kam etliche Jahre später beruflich nach Staufen und stieg ab im Hotel Löwen am Marktplatz. Er schaute auf das schöne Eckhaus der Familie Martin gegenüber. Dort war am Fenster ein junges Mädchen zu sehen. Sie gefiel ihm, er machte sich mit ihr bekannt. Erst später kam heraus, dass sie schon als Kind für ihn gebetet hatte. Aus beiden wurde ein glückliches Paar. Prestinari wurde später an das Fürstlich Fürstenbergische Schloss nach Donaueschingen berufen, wo sein Name auf Grund seiner Tüchtigkeit noch lange sprichwörtlich bekannt war.

Weiter links liegt der Grabstein des Joseph Anton Martin, des Schwiegervaters der Crescentia von Khuon.

Burstert Hermann 1893
Martin
von Khuon

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Pictures\2012-11-17 001\Burstert Martin.JPG   

Hier ruht
Hermann Burstert
geb. 13.Nov.1822  -  gest. 20.Nov.1893
und dessen Ehefrau
Lydia geb. Martin
geb. 12.Sept.1827  -  gest. 4.Jan.1894
bei deren Eltern
Jos. Anton Martin  +  1847
Cresc. Martin geb. von Khuon  +  1836

 

Auf einem massiven schwarzen Sockel steht ein schwarzes Steinkreuz.

Hermann Burstert war Bürgermeister der Stadt. Er bewohnte das große Haus am Rempart, heute Weingut Landmann. Am Giebel ist ein großes Wappen der Martins, der savoyischen Familie seiner Frau, das sich auch auf dem Friedhof bei Franz Anton Martin findet [s.a. Savoyarden]. Über dem Türbogen sind die Initialen JAM des Joseph Anton Martin, der das Haus wohl erbaut hatte. Dieser hatte die Tochter Crescentia des Michael von Khuon geheiratet. Sie hatten viele Kinder, aber nur drei Mädchen überlebten. Über die Tochter Eleonore hören wir bei Prestinari. J. A. Martin wurde Ratsherr und Landtagsabgeordneter.

 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Martin Wappen Rempart A.jpg

Wappen der Martins
am Haus des Weinguts
Landmann auf dem Rempart

Weitere Grabmäler der Familie Martin:

In der Reihe dahinter steht ein eindrucksvolles hohes Grabmal der Familie Martin.

Martin Franz Anton 1811
Sulzberger

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Führung\Savoyarden\Savoyarden Friedhof Staufen\Martin, geb. Sulzberger ganz.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Martin, Franz Anton Relief 3.jpg   

FRANZ ANTON MARTIN
ER WARD
GEBOHREN DEN 7.MAERZ 1742
UND
STARB DEN 6.OCTOBER 1811
DER VÄTERLICHEN LIEBE
SETZT
DIESES DENKMAL
DIE KINDLICHE DANKBARKEIT

Rückseite:

ELEONORA SULZBERGER
VEREHELIGTE MARTIN
WARD GEBOHREN
ZU WENDLINGEN DEN 6. APRIL 1744
UND STARB
AUF BESUCH IN LAUFFENBURG
DEN 18. SEPTEMBER 1811

DER BEIDEN GATTEN KOERPER
LIEGEN GETRENNT
DOCH VEREINIGT SIND
IHRE SEELEN

 

Martin 1811 und
Sulzberger
  Martin Franz Anton  Relief    

 

Das hohe Denkmal mit der Urne wurde gestaltet von Benedict Lang aus dem Münstertal [Näheres s. bei Peter Stump]. Auf dem Relief auf der Vorderseite, dessen Original sich in der Aussegnungshalle befindet, sehen wir eine trauernde Frau mit gesenkter Fackel, einem geflügelten Helm und einem geflügelten Stab mit Schlange, dem Zeichen des Merkur, dem Gott der Händler. Sie lehnt sich an ein Wappen, das wir auch am Giebel des Haus Auf dem Rempart 2 wiederfinden [s. bei Burstert]. Auf der Rückseite für Eleonora Sulzberger sehen wir ein Wappen.

Franz Anton Martin, der Vater des Joseph Anton Martin, gehörte zu einer Händlerfamilie aus Savoyen [s. auch Savoyarden], die sich in Staufen erfolgreich niedergelassen hatten. Das Geschäft der Martins lag an der Ecke des Marktplatzes. Zu beiden Seiten am Balkon findet sich das savoyische Händlerzeichen der Vier mit doppeltem Querstrich, darunter für diese Familie der Anker.


Martin Karl 1895

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Martin, Karl 1893.jpg    

Karl Martin
Kaufmann
1832 – 1895
Und sein Sohn
Karl Martin
Kaufmann
1869 – 1893

 

Auf dem Sockel aus rotem Sandstein steht ein steinernes Kreuz.

Der Vater Karl Victor Martin war der Sohn des Kaufmanns Xaver Martin, von hier, und der Karolina Rindeschwender, von Gaggenau gebürtig. Er heiratete Mathilda Probst von Pfullendorf, ihr Sohn Karl Pius wurde 1869 geboren.[StaBü]

Links neben dem Grabmal Prestinari liegt das Grabmal des Carl Friedrich Lederle.


Lederle Carl Friedrich 1877

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 2\Andere Grabmäler\Lederle 1877 3.jpg  

.....
der Grossh. Bezirks
Medizinalrat
Dr. Carl Friedrich
Lederle
geb. 6.März 1807
gest. 8.Okt. 1877

Erfüllt von unermüd-
licher Pflichttreue war
er den Leidenden und
Armen ein Wohlthäter
bis an sein Lebensende

Sein Andenken ist gesegnet

 

Der Stein ist im neogotischen Stil  gestaltet.

Lederle kam aus Freiburg, heiratete Berta, eine Tochter des savoyischen Handelsmannes Josef Anton Martin. Er war praktischer Arzt und später Bezirksarzt, auch letzter Bergwerksarzt der Münstertäler Silberbergwerke, die 1884 aufgehoben wurden. Beliebt als tüchtiger Arzt und Wohltäter der Armen, erhielt er die seltene Ehrung eines Ehrendoktors der Freiburger Universität. Sein Sohn Emil wurde ebenfalls Arzt.

Weiter nach links:


Lederle Emil 1894
von Göler

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Von Khuon-Prestinari\Lederle, E. 1894.jpg   

EMIL LEDERLE
MEDIZINALRAT
1839-1894

LYDIA LEDERLE
GEB. PRESTINARI
1847-1924

MAX LEDERLE
BÜRGERMEISTER
UND DIREKTOR
DER SPARKASSE
1881-1966

PRISKA LEDERLE
GEB. RIETZLER 1890-1974
FREIFRAU
ELISABETH v. GÖLER
1912-2002

 

Auf dem hohen grauen Grabstein mit dem Kreuz sind die Mitglieder der Familie Emil Lederle verzeichnet. Er war der Sohn von Carl Friedrich Lederle, ebenfalls Bezirksarzt, und heiratete eine Tochter des Ehepaares Prestinari, seine Cousine Lydia. Sie spielte eine wichtige Rolle für die Stadt. Sie war Vorsitzende des Frauenvereins, der sehr viel für leistete zur Bildung und Unterstützung von Kindern, jungen Mädchen und Frauen. Der Sohn Max Lederle war Rechtsanwalt, zeitweilig Bürgermeister und Sparkassendirektor. Er ließ den ersten Generalbebauungsplan aufstellen und eine Quelle für Staufen im Münstertal fassen. In seiner Amtszeit  wurde 1927 das Zunftfest gegründet. Die Tochter Lydia heiratete einen Herrn von Göler. Die Familie ist noch in Staufen vertreten.

Das Grab des Norbert von Göler war gegenüber an der Ostmauer. Die Holztafel ist verschwunden.

Eine weitere Händlerfamilie aus Savoyen namens Hugard gewann große Bedeutung in Staufen.


Hugard A. Maria 1842

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, A. Maria.jpg    HIER RUHT DIE IRDISCHE HÜLLE
DER LEDIGEN
A.MARIA HUGARD
GEB: D: 22. AUG: 1770
GEST: D: 6. MAERZ 1842

AUS LIEBE WEIHT
DIESES DENKMAL
IHRE SCHWESTER
MARIA KATHARINA

 

Der hohe Stein mit gezacktem Giebel ist geschmückt durch ein Medaillon mit einer Blume.


Hugard Carolina Elisabetha 1826

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Carolina Elisabetha 1826 Anker Tanne.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Carolina Elisabetha Symbole Tanne Anker.jpg   

CAROLINA ELISABETHA
MEYER
VEREHELICHTE HUGARD
WURDE
GEBOHREN DEN 5.NOVEMB. 1786
UND
STARB DEN 30.MAY 1816
SANFT RUHE IHRE ASCHE

Hugard geb. Meyer CE 1826   Hugard Meyer Tanne u.a.    

 

Oben auf dem Grabstein ist eine Urne, unten der Merkurstab, geflügelt sowie mit zwei Schlangen, und ein Anker. Die Tanne deutet auf Savoyen [von lat. Sapaudia = Tanne] hin und findet sich mehrfach bei der Familie Hugard. Es gibt auch eine Deutung, dass das Savoyische Händlerzeichen der quergestrichenen Vier aus der Tanne entstanden ist.

Lt. StaBü heiratete Elisabetha Mayer 1812 den Handelsmann Johann Peter Hugard und starb 1816 an Auszehrung.


Hugard Claudius (Claude) 1757

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Claudius Zeichen.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Sav.Zeichen Friedhof\Trotte Ulmann Hauptstr..jpg  

Allhier ruhet
Der Ehrenhafte Herr
CLAUDIUS Hugard ge
Wester Bürger und Han
Mann allhier
September 1687 im
...Jahr...

Hugard Claudius 1757   Savoyardenzeichen im Weingut Ulmann  

 

Auf der Grabplatte für Claudius Hugard steht ein Kleeblattkreuz für andere Mitglieder der Familie.

Claudius Hugard kam aus der Nähe von Bonneville südlich vom Genfer See. Er war seit 1708 Spezereihändler in Staufen und eröffnete später ein Handelsgeschäft. Er brachte einen Heimatbrief mit, der seine Person und seine Integrität bescheinigte und noch in der Familie erhalten ist. Darauf befindet sich eine Tanne. Der Name Savoyen leitet sich ab von der lateinischen Bezeichnung Sapaudia für Tanne, dem typischen Baum dort. Die Nachfahren Ulmann haben dieses Zeichen auch über dem Torbogen am Eingang zum Weingut auf der Hauptstraße. Er errichtete 1738 eine Trotte, die heute noch funktionsfähig ist. Auf dem Stein daneben findet sich das savoyische Händlerzeichen der doppelt quergestrichenen Vier, hier mit einem Herz und seinen Initialen.


Hugard
Constantin 1894

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Hugard Constantin 1894.jpg   Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Ther Zeller 1867.jpg    Constantin Hugard
1825 – 1894
Carolina Hugard
geb. Wettlin
1831 – 1908

darunter die Platte:

Karl Hugard
1860 – 1889

Rudolf Hugard
1863 – 1922

an der Seite:

Theresia
Hugard
geborne Zeller
geb. 22. Oktbr. 1792
gest. 2. Dezbr. 1867
Hugard Constantin 1894   Hugard Theresia geb. Zeller
1867
 
   

 

Auf einem schwarzen Sockel steht ein hohes weißes Kreuz. Die Seitenplatte ist aus weißem Marmor. 

Constantin Hugard war der Vater des späteren Bürgermeisters Albert Hugard und von dessen Bruder Rudolf Hugard. Theresia Zeller war seine Mutter, die Ehefrau des Kaufmanns Johann Peter Hugard.


Hugard Emil 1900

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Emil 1900.jpg   

EMIL HUGARD
KAUFMANN
1840-1900

UND SEINE GATTIN
SOPHIE GEB. WILLIN

...

 

 

Der Grabstein besteht aus einem Sockel mit einem Steinkreuz.

Emil Hugard stammte von den „unteren“ Hugards ab, den Nachfahren des Johann Andreas Hugard, der sein Geschäft weiter unten an der Hauptstraße hatte. Er war 1885 bis 1889 Bürgermeister in Staufen. Nachfahren dieser Linie wohnten in Grunern.


Hugard Francisca 1830        

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Fotos Smart\PIC_0008.JPG 

Hugard Francisca Sockel

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Francisca vorn.jpg     Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Francisca 3.jpg   Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Francisca Med. innen rechts.jpg 
Hugard Francisca vorn   Hugard Francisca hinten   Hugard Francisca Medaillon innen

 

Text vorn auf dem oberen Kreuzbalken:

Inschrift Kreuz, links: Francisca, rechts: Hugard,
senkrecht:

IN
RI
Joseph
Anton
Hugard den 23.
April
Staufen
Silberarbeiter
1830


Text Medaillon hinten:

VERWEILE, STERBLICHER, WIR HABEN
EIN BRAVES MAEDCHEN HIER BEGRABEN
IN FLEIHS, IN FRÖMMIGKEIT UND TUGEND
ERBLÜHTE IHRE SCHÖNE JUGEND.
UND IHRE GANZE LEBENSZEIT
WAR GOTT IN TREUER PFLICHT GEWEIHT.
O LERNE MAEDCHEN, LERNE KNABE
VON DER HIR SCHLUMMERNDEN IM GRABE
SO THAETIG, WEISE, GOTTERGEBEN
WIE SIE NUR DEINER PFLICHT ZU LEBEN.
JESU, UND SO WERDEN WIR
WIEDER AUFER[STEHEN)
OR II(?)

Medaillon innen links:

DENKMAL
FÜR FRANCISCA HUGARD
EHLIGHEN TOCHTER DES HANDELSMAN
JOHANN PETER HUGARD + ANO 1799
ALT 73 UND SEINER GATTIN ALT 76
MARIA ANNA SCHILLING + ANO 1818                   [lt. StaBü war sie aber 79 Jahre alt]
GEB DEN 3. MAERZ 1773 + den 19.JAENNER 1830
SIE WAR EINE FROMME GOTTERGE
BNE CHRISTINN DIE LIEBEVOLLE PFL
EGMUTTER EINER UM SIE WEIN
ENDEN WAISE UND EINE ZAER
TLICHE FÜR DAS BESTE IH
RES HAUSES VON JUGEND
AN BESORGTE SCHWESTER
SANFT RUHE IHRE
ASCHE

rechts:

STAMEN
IHR ENKEL WAR BÜRGER
UND HANDELSMANN
DER ERST VON HUGARD STAMM
CLAUDI HUGARD STARB IM JAHR
1757 DEN 13.SEPTE ALT 70 JAHR
SEINE GATTIN
MARIA URSALA HÖLZLE + IM JAHR
1759 DEN 13.MAERZ ALT .30. JAHR
TOCH.  MARIA URSALA HUGARD
+ IM JAHR 1800 alt 80 JAHR
+ JPH [Johann Peter Hugard] ALT 73. JAHR. SEINE KINDER. ELISAB
G.D. 23. XBRIS 1771   + 1775 JOSEPH. HU. G.D.
APR.1784   + 1788 THERESIA. HU. GEEHLI
P.F. [wohl Pfefferle s.u.] G.D. 2.JUN 1779  + DEN 19.JUL.1823 DIESES
DENKMAL IST GESTELT. VON ANA.
MARIA. HU: U: KATHARINA. HUGARD
J.ANTON. HUGARD. SILB.ARBIT
PETER PFEFFERLE KUPFER
SCHMIEDT 1830


Dieses schöne Grabmal steht auf einem geschwungenen Sockel, der mit einer Girlande verziert ist. Es ist ein Kreuz aus Metall mit einem grossen Medaillon, das man öffnen kann. Viele Teile sind aus Messing gearbeitet. Die drei Balkenenden sind geschwungen und neben anderen Zeichen mit einem brennenden Herzen geschmückt. Sie sind am Rand verziert mit Lorbeergirlanden.

Auf der Vorderseite des Medaillons sehen wir einen Christus wie am Kreuz, umgeben von einem Strahlenkranz wie eine Sonne. Vom Stil her könnte er später hinzugefügt sein. Oben und unten ist je ein kleiner Engelskopf. Darunter ist eine Gestalt wie eine Ikone, ein Christus in wallenden Gewändern mit einem Kreuz im Arm. Auf dem rechten Kreuzarm steht oben ein Zeichen, das man als  Omega deuten könnte. Darunter ganz zart J A H  mitten zwischen den Buchstaben I H[?] S (= Jesus?), darunter die Jahreszahl 1830.

Auf der Rückseite des Medaillons wird der Mensch ermahnt, sich rechtzeitig auf die Ewigkeit vorzubereiten. Rundherum ist wieder der Blätterkranz. Unten könnte man eine Christusgestalt in wallendem Gewand mit einer Siegesfahne erkennen.

Im Inneren sind die Lebensdaten vieler Mitglieder der Familie aufgeführt, ausserdem ein Totenkopf, eine Sanduhr und eine Gestalt mit einer Tafel mit der Zahl 1830, darüber Hugard J A H.

In den Standesbüchern finden wir, dass Francisca Hugardt 1830 im Alter von 56 Jahren ledig verstorben ist.

Ein steinernes Kreuz weist eine Kuriosität auf.


Hugard Franz Anton  1795-1793 [!]

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Franz Anton 1793.jpg    HIER
RUHET
FRANZ ANTON HUGARD KUPFE
RSCHMIDGEBOHREN DEN 25.
MAERZ 1795 (!) UND ENTSCHLAFEN
DEN 7.
AUGUST
1793 [!]          

 

 

Die Schrift steht auf der Rückseite des Kleeblattkreuzes von Fr. Joseph Hugard oberhalb der Grabplatte des Claudius Hugard. 

Franz Anton Hugard war der Sohn von Claudius Hugard. Den Daten nach wäre er vor seiner Geburt gestorben. Aus den Kirchenbüchern erfahren wir aber, dass er 1724 und nicht 1795 geboren wurde.  Er starb 1793 „mit allen ...Sacramenten ...an einer Bauchwassersucht“. Es handelt sich also um einen „Druckfehler“ des Steinmetzes.


Hugard Franz Anton 1820

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Franz Anton 1820.jpg    FRANZ ANTON HUGARD
GEBOREN DEN 13.JUNY 1766
GESTORBEN AM 5.MAEY 1820

ZUM ANDENKEN
SETZTE
IHM SEINE TRAUERNDE GATTIN
UND KIND DIESES DENKMAL
AUS LIEBE

 

Der hohe Grabstein läuft aus in einem gegliederten Giebel. Darauf steht ein kleines Metallkreuz.

Lt. StaBü starb der Kupferschmidt Anton Hugard am 3.[!] Mai 1820 im 56. Lebensjahr an Seitenstechen und Geschwulst.


Hugard F. Domin 1834                                  (Südmauer)

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, F. Domin 1804 Urne, geb. Pflanze.jpg   

Hier ruht die Hülle
Eines geliebten Vaters
F. Domin Hugard
geb. den 2.August 1764
starb den 15. Januar 1834
Im 70. Jahr seiner
Irdischen Laufbahn

Seelig sind, die eines
reinen Herzens sind
denn sie werden Gott
Anschauen

Dieses Denkmal kindlicher Liebe und
Achtung liessen die ...hinterbliebenen Kinder
Andreas, Martin und Barbara Hugard
…..        …. Vater 

Der Stein ist gekrönt von einer Urne und einem gebeugten Baum.

Lt. StaBü war Franz Dominik Hugard Kammmacher.


Hugard Fr. Joseph 1836

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Hugard Franz Joseph 1836.jpg  

HIER
RUHT
FR: JOSEPH HUGARD
GEB. D. 17.JEN. 1768 ST. D. 10:MAY
1836

 

Das Steinkreuz hat kleeblattförmige Enden. Das dreiblättrige Kleeblatt ist in der Symbolsprache ein altes Zeichen der Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das Kreuz trägt unten am Stamm das Savoyische Händlerzeichen, die doppelt quergestrichene Vier, mit den Buchstaben C und H für Claude Hugard. Es steht auf dessen Grabplatte.

Lt. StaBü war Franz Joseph Hugard Weißgerber. Seine Ehefrau war Brigitta Willi.


Hugard Joh. Andreas 1872

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Fotos Smart\Hugard Joh Andr neu.JPG   Joh. Andreas
Hugard
Kaufmann
gest. 1872 im 76. Lebensjahr
Franziska
Hugard, geb. Glück
gest. 1871 im 65. Lebensjahr

 

Der Grabstein ist in neogotischem Stil gestaltet. Auf einem Feld über dem Sockel findet sich Maßwerk. Der obere Teil wird links und rechts begrenzt durch Strebepfeiler mit Zinnen. Ganz oben ist ein Kreuz mit gleichlangen kleeblattartigen Enden. Der Textteil befindet sich in einem neogotischen Fensterrahmen mit Säulen und Maßwerk, dessen Spitze ausläuft in eine Kreuzblume.

Lt. StaBü heiratete der Kauf- und Handelsmann Andreas Hugardt im Jahre 1836 die Franziska Glück von Zimmern. Von dort kam auch Joseph Glück, der Wirt des „Löwen“, der am 24. September 1848 seinen Tod fand.


Hugard
Joh. Baptist 1839             (Südmauer)

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Joh. Baptist 1839.jpg     Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Artikel Rathaus\Artikel Savoyarden\Hugard, Joh. Baptist 1839 A.jpg   Joh. Baptist
Hugard
geb. 21.Juni 1762
gest. 16.Decbr.
1839
 

M. Anna
Hugard
geb. Haas
geb. 24.Juni 1772
gest. 9.Febr. 1848

 

 

Der Grabstein aus rotem Sandstein ist aufgeteilt durch ein großes Kreuz. Er wurde gestaltet von dem Bildhauer Heinrich Mayer dem Sauren und von ihm signiert. Für Johann Baptist Hugard hat er eine Tanne abgebildet, ein savoyisches Zeichen für die Familie Hugard. Für M. Anna Hugard, geborene Haas, hat der Bildhauer ein Häschen geschaffen.

Johann Baptist Hugard, Sohn des Claude Hugard, war Ratschreiber und, wie wir in den Kirchenbüchern lesen, Strumpfweber. Er zeichnete viele historische Daten der Stadt Staufen auf und war so ein früher Staufener Geschichtsschreiber. Er sorgte auch 1826 dafür, dass die Wandbemalungen in der Sebastianskapelle auf dem Friedhof durch Werkmeister Seywald „zum Andenken für die Nachkommenschaft“ abgezeichnet wurden, ehe sie verschwanden.


Hugard
Joh. Baptist 1868                             (Südmauer) 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Joh. Baptist Handelsmann 1868 sign. H.Mayer D.S..jpg    Joh. Baptist Hugard
Handelsmann
geb. 30.Juli 1797   gest. 18.Dezbr. 1868
Johanna Hugard geb. Riesterer
geb. 23.Mai 1801   gest. ...  Februar 1871(?)

Johanna Hugard
1836-1903

 

Der hohe Stein im neogotischen Stil ist reich mit Ornamenten verziert, die die Form von einem Kreuz haben. Er ist signiert von Heinrich Mayer dem Sauren.

Lt. StaBü heiratete das Ehepaar am 5.9.1831. Er war der Sohn des Johann Baptist Hugard und der Anna Maria Haas. Sie war die Tochter des Eisenhändlers Franz Joseph Riesterer und der Agatha Kreidt.


Hugard Joh. Peter 1799

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Hugard, Joh. Peter 1799.jpg   

JOH. PETER HUGARD
GEBOREN
DEN 30.DECEMBER 1726
GESTORBEN
DEN 24.MERZ 1799

MARIA ANA SCHILLING
VEREHELICHTE HUGARD
GEBOREN
DEN 12.APRIL 1742
GESTORBEN
DEN 2.FEBRUAR 1818

KATHARINA HUGARD
GEB. D. 25.NOV. 1781
GEST. D. 22.JUNI 1863

SIE RUHEN IN GOTT             

 

Der helle hohe Stein hat einen gegliederten Giebel und trägt ein kleines Metallkreuz.

Lt. StaBü verstarb Maria Catharina Hugard ledig. Sie war die Tochter von dem Kaufmann Peter Hugard und der Maria Anna Schilling. Letztere verstarb an Wassersucht und Altersschwäche.


Hugard Joh. Peter 1838

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Joh. Peter Hand. 1838.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Joh. Peter 1838 Handelsmann Tanne Ausschnitt.jpg   

Joh. Peter Hugard
Handelsmann
geb. d. 19.Oct. 1774
gest. d. 3.Sept. 1838

Fanny Hugard
geb. d. 31.Dec. 1826
gest. d. 1.August 1854

Hugard Joh. Peter 1838   Tanne der Familie Hugard    

 

Das Steinkreuz auf hohem Sockel mit einem Blumenkranz wurde gestaltet von Heinrich Mayer dem Sauren, wie die Signatur nachweist. Es zeigt ein Wappen mit einer Tanne, wie wir es bei der Familie Hugard finden.

Johann Peter Hugard, lt. StaBü Huggard, war ein Sohn des Claudius Hugard. Er war Kaufmann, seine Frau war Theresia Zeller, Tochter des Löwenwirts in Krozingen. Fanny, lt. StaBü Maria Theresia Franzisca, war ihre Tochter. Sie starb ledig.


Hugard
Jos. Anton 1835               (Nordmauer)   

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Jos. Anton 1835.jpg    HIER RUHT
JOS. ANTON HUGARD
GOLD UND SILBERARBEITER
GEB. DEN 10.APRIL 1777
STARB DEN 25.FEBR. 1835

SEINE EHEFRAU
KATHARINA RIESTERER
GEB. DEN 30.MAERZ 1776
IN ST. TRUPERT
STARB DEN 1.FEBR. 1817

DENKMAL
DER KINDLICHEN LIEBE, ACHTUNG UND DANKBARKEIT
VON
K.H.

 

Das Grabmal ist von einer Urne mit Verzierungen gekrönt, die teilweise golden angestrichen sind, wohl, weil J. A. Hugard Gold- und Silberarbeiter war. Darunter befindet sich eine Blende mit einem steinernen Kranz und zwei gekreuzten Zweigen.


Hugard
Julius 1863

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Fotos Smart\Hugard Julius neu.JPG    IULIUS HUGARD
1829 - 1863

ANTONIA HUGARD
1827 – 1888

MAX HUGARD
1881 - 1917

 

Der Stein im neogotischen Stil ist von Heinrich Mayer dem Sauren signiert. In einer Nische steht ein segnender Christus. An beiden Seiten sind angedeutete Säulen mit Zinnen. Ganz oben ist ein steinernes Kleeblattkreuz, an dem ein Blumenkranz hängt. Am Sockel befindet sich ein kleines Weihwasserbecken.

Lt StaBü war Richard Julius August Hugard ledig und Kaufmann, Sohn des Kaufmanns Johann Andreas Hugard und seiner Frau Franziska Glück.


Hugard Rudolf 1922

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Rudolf 1922.jpg  

Karl Hugard
1866 – 1889

Rudolf Hugard
1863 – 1922

 

 

Die schwarzglänzende Platte liegt bei dem Grabmal der Eltern Constantin und Carolina Hugard.

Der Bruder Rudolf des Bürgermeisters Albert Hugard war kränklich, sodass er keinen Beruf ausüben konnte. Er betätigte sich aber als Chronist der Stadt und legte ein zehnbändiges, mit Vignetten verziertes Werk aller städtischen Urkunden an. Dieses befindet sich heute im Generallandesarchiv in Karlsruhe, eine Kopie davon im hiesigen Stadtarchiv. Anhand dieser Unterlagen schrieb er über viele Themen zur Stadtgeschichte und veröffentlichte sie im „Staufener Wochenblatt“, z. B. über Flurnamen und ansässige Familien. Er besaß auch einen Fotoapparat. Durch seine vielen Bilder gewinnt man einen  anschaulichen Eindruck der damaligen Zeit.


Hugard Sophie 1945

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Fotos Smart\Hugard Sophie.JPG  

Julius Hugard
1874-1912

Sophie Hugard
1875-1945
Wohltäterin
der Stadt
Staufen

 

Das Grabmal ist im neogotischen Stil gehalten. Der Text steht in einem Rahmen, dessen Spitzbogen ausläuft in einer Kreuzblume. Oben steht ein steinernes Kreuz.

Sophie Hugard stammte von den „unteren“ Hugards ab, den Nachfahren des Johann Peter Hugard. Diese Familie war durch Heirat mit der Familie Köpfer in Grunern verbunden. Sie war ausgebildete Krankenschwester und Oberin in St. Petersburg.  Sie kaufte anfangs der 1930er Jahre die Pension „Sonnenschein“ in Altglashütten/Falkau. 1945 wurde ihr im Loretto-Krankenhaus in Freiburg ein Bein abgenommen. Sie verstarb.

In ihrem Testament verfügte sie, dass alle Köpfers, Hugards und Glücks (vom Gasthaus Löwen) jedes Jahr im „Haus Sonnenschein“ 4 Wochen unentgeltlich wohnen könnten, bei ausreichenden Geldern mit Verpflegung. Das Haus selbst vermachte sie der „schwergeprüften“ Heimatstadt Staufen wegen der Opfer und Zerstörungen durch den Luftangriff am 8. Februar 1945.


Hugardin, Maria Anna 1769

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugardin, Maria Anna 1769 Sav..jpg     Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Fotos Smart\IMAG0971.jpg   allhier
Ruhet
die Tugent Reiche Frau Ma
ria Anna Hugardin gebohrene
Federin
So den 8te
Januari
1732
gebohre
den 20te
Mar.1769
im Herrn
entschlafen
Grabstein      Sockel     

 

Das Kleeblattkreuz hat oben die Buchstaben IHS für Jesus mit einem Kreuz darüber. Am unteren Ende des Stammes ist ein Savoyarden-Zeichen, darüber ein Totenkopf. Der Text der Platte ist nicht mehr zu entziffern.


Hugardtin Maria Ursula 1729

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Hugartin Barbara 1799.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard, Maria Ursula.jpg    Hier Ligt Begraben die Viil
... und Tugendsame
Frau Maria Ursula Hugardtin
Geborene Höltzlin H. Claudi Hu
gardt eheli geweste Haussfrau Ihres
alters 30 Jahr gestorben den 13.
Mertz 1729 deren Seel Gott
genädiglich sein solle amen

 

Diese Grabplatte trägt das Steinkreuz für Hugartin Barbara. Es ist nicht mehr zu lesen, aber es gibt ein altes Foto, auf dem man den Text noch entziffern kann.


Hugart Barbara 1835                                     (Nordmauer)

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugart, Barbara u. von Bank 1848.jpg   

Johann v. Bank
Rothgerber Meist.
Starb am 21.Jener 1848
Alt 80 Jahre
Friede und Ruhe seiner
Asche

Aus Dankbarkeit nach
Gewiesen durch sein Veter
Johan Bank
Kirchzarten 1850

 

Hier ruht
Barbara Hugart gewesene
Ehefrau des Johan v. Bank gebor.
den 18ten Jener 1764
verehelicht den 16ten Juni 1795
gestorb. den 28ten März 1835

Alles, Tod und Leben
ist durch Gottes Wort
Aus dem Tod ins Leben
gehen wir alle fort

Geweiht dies Denkmal durch dessen
Eheman Johann v. Bank 

 

Der große Grabstein ist eingeteilt in zwei Felder mit Kreuzen und einem Kruzifix als Relief. Am unteren Ende weist das Gerberzeichen mit gekreuzten Schabemessern und dem Lederriemen zum Schärfen auf den Beruf des Gerbers hin.

Lt. StaBü starb Johann Bank 1848 als Witwer der Theresia [!] Hugard.


Hugartin Barbara 1799

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugartin, Barbara 1799.jpg   

HIER
RUHET
DIE
DUGENTSAME FRAU
BARBARA HUGARTIN
GEBOHRENE KLOR-
IN DES
ANTON
HUGARD
WITIB
STARB DEN 26TEN
CHRIST
MONATH
1799
IHRES
ALTERS [...]

 

Das Kleeblattkreuz steht auf der Platte der Maria Ursula Hugartin.


Ulmann Walter 2010

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Ulmann 2010.jpg   

THEA ULMANN
GEB. MARBACH
1918 – 1994

WALTER ULMANN
1917 - 2010

 

Der hohe Grabstein mit einer Zierleiste unter dem Giebel ist gekrönt von einem kleinen Steinkreuz. Die Namen stehen auf einem steinernen Oval, das mit einer Girlande von Trauben und Weinblättern verziert ist.

Walter Ulmann führte das Weingut der Familie an der Hauptstraße. Seine Mutter, die Tochter des Albert Hugard, der keine Söhne hatte, heiratete den Winzer Alfred Ulmann aus Breisach. Die Familie hatte vier Söhne, von denen zwei früh starben.


Ulmann
1941

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Ulmann, Rupprecht 1941.jpg    Rupprecht Ulmann
1915 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Eisernes Kreuz.jpg 1941

Rainer Ulmann
1926    1948

 

In einem eckigen Medaillon an einem Metallkreuz stehen im Inneren die Namen der früher verstorbenen Söhne des Alfred Ulmann und der Hedwig Hugard. Rupprecht war im Kriege gefallen.


Hugard-Ulmann                                             (nahe Nordmauer)

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Hugard-Ulmann in 2012.jpg

 

Die Inschrift auf der großen Grabanlage lautet:
 

FAMILIE ALB. HUGARD

Maria Hugard
geb. 18. Juni 1895
gest. 26. Oktob. 1913

Albert Hugard
1855-1926
Bürgermeister
1889-1923
Ehrenbürger der Stadt Staufen

Marie Hugard
geb. Hauser
1870-1956

Dr. Eckart Ulmann
1914-1996
Bürgermeister
1946-1969
Ehrenbürger der Stadt Staufen


auf dem Abschluss am Rand links:

Alfred
Ulmann
1880-1945

Hedwig
Ulmann
geb. Hugard
1892-1975

Irina Ulmann
geb. Bernoff
1915 - 2009


auf dem Abschluss am Rand rechts:

André Ulmann
1954 - 2010

Eine große Grabstätte der Hugards, auch für die Nachfahren Ulmann, liegt in der Nähe der Nordseite der Mauer bei einem Baum, um den rundherum eine Bank läuft. Vom Mittelteil mit zwei Säulen und einem Giebeldach abgehend stehen zu beiden Seiten halbkreisförmig mehrere Säulen.

Albert Hugard war von 1889 bis 1923 Bürgermeister der Stadt. Während seiner Amtszeit wurden viele segensreiche Baumaßnahmen durchgeführt: die neue Wasserleitung, für die er selbst im Münstertal mit der Wünschelrute drei Trinkwasserquellen fand, ein Freibad, der Schlachthof, der Ausbau des Rathauses und, worauf er besonders stolz war, der Bau der Eisenbahn von Krozingen über Staufen nach Sulzburg.

Albert Hugard hatte zwei Töchter, von denen eine, Marie, früh starb. Die andere, Hedwig, heiratete den Winzer Alfred Ulmann aus Breisach. Als dessen Weingut im 2. Weltkrieg zerstört wurde, verlegte er es nach Staufen in das Hugardsche Anwesen. Er kam dort beim Luftangriff um.

Ein Enkel Albert Hugards, Dr. Eckart Ulmann, lenkte ebenfalls als Bürgermeister viele Jahre lang (1946–1969) die Geschicke der Stadt. Ihm lag die Verbindung zu Savoyen sehr am Herzen. Daher regte er eine Städtepartnerschaft mit Bonneville an, die seit 1963 in enger Verbindung besteht. Zum Anna-Fest, dem Fest der Stadtpatronin, kommen immer Gäste aus der Partnerstadt.

In der Südwestecke der Mauer begegnen wir einem Grabstein, der an die Familie Montfort erinnert.

 

Montfort Ignatz 1838

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Fotos Smart\Montfort JI 1838.jpg    Jos. Ignatz Montfort
geb. zu Zell im Wiesenthal
den 1. April 1760
gest. am 15.Febr. 1838
dessen Gattin M. Ursula German
geb. zu Stetten bei Lörrach

 

Die Grabplatte ist gekrönt von einer Urne mit Girlande. Darauf befindet sich ein kleines flächiges Metallkreuz.

Nach Hugard: „Meinrad Montfort, Vogt von Zell im Wiesental, und seine Familie erwarb 1760 dahier das Bürgerrecht. Derselbe errichtete unterhalb der Stadt eine große Bleiche“. Seine Vorfahren stammten aus Savoyen. Die Bleiche befand sich auf der Wiese des heutigen Anwesens Rinderle nahe der früheren Post. Dazu gehörten auch die Wiesen an der Stelle des Stadtsees, der erst später beim Bau der Bahn entstand.

1815 beantragte Ignaz Montfort, auf der „Schiess- oder Gemeindematte die untere, unbenützte Quelle zu fassen und sie über den Viehmarktplatz und die Grüngasse auf seinen Hof zu leiten“. Er musste bestimmte Auflagen erfüllen, was die Röhren betraf. Da es in der Grüngasse (heute „Im Grün“) noch keinen Brunnen gab, musste er gestatten, daß aus seiner Leitung Wasser für einen Brunnen entnommen wurde. Dieser Brunnen ist heute noch zu sehen.

Wenn man heute einen Staufener fragt, wo die Maulbeergasse ist, wird man wahrscheinlich einen erstaunten Blick ernten. Tatsächlich hieß die Freihofgasse eine Zeitlang so, weil Ignaz Montfort dort Maulbeerbäume anpflanzte, um Seidenraupenzucht zu betreiben. Aber dieses Verfahren setzte sich hier nicht durch.

Die Tochter der Montforts namens Rosa heiratete den Bleicher Franz Anton Gaß, über den wir bei der Badischen Revolution Näheres hören. Die Tochter Theresia Montfort heiratete den Apotheker Xaver Fischer. [StaBü Staufen] Die Ehefrau Maria Ana Ursula German starb 1836.


Montfort Rosa 1807     (Nordmauer)     s. Badische Revolution Gaß


An der Westseite der Mauer befindet sich ein großer Grabstein mit eindrucksvollem Text. Er weist hin auf die Familie Werra, die aus einem Seitental des Aosta-Tals von Gressoney hierhergekommen war.

Werra 1729
Knobloch 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Werra 1.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Savoyarden\Werra Knobloch Gerberzeichen Bihlmannkreuz.jpg 
Knobloch und Werra 1727    Wegekreuz der Gerberfamilie
Knobloch

 

Der lange Text lautet:

Freunde
Stehe still!
hier unter disen Steiner
Liegen die Kalten beiner
und Allhen
des Stammes  Werra
dessen erwünschte sprosen sich kaum in äste gossen
schnitt ihn des Todes Sense ab und warf ihn in dis finstere grab
Lass ins Gebett dir anbefehlen die ewig Ruhe diser Seelen

Johan Jakob Knobloch
Gewester Rothgerber und Statt Vogt
All hier gebohren, begraben 1727 seines alters 70 Jahr
seine Haußfrau Anna Maria Wirmlerin
all hier gebohren begraben 1729 ihres alters 70 Jahr
deren älteste Tochter Catharina Knoblochin
all hier gebohren 1687. begraben 1758.
ihr Eheman Johan Jakob Werra
gebohren 1681. in dem Augstahl der Pfare Grescheney
handelsman all hier begraben 1729.
Desen altiste Tochter Anna maria Werrain
ahn Antoni Toma und Frantz Geedle all hier ver
heyratet gebohren 1710. begraben 1736-
Magdalena Thomanin deren Tochter gebohren
1731. all hir begraben 1747-

All hier nächst diesem Stein
auch ruhen die gebein:
Herr Werra Anton wurd‘ genant
wie Er in Statt Land bekannt.
Er lebte acht und sechzig Jahr,
und naigte sich zur todtenschaar.
Ein Staufiser Bürger Liebens werth;
Von Männiglichen ward geehrt.
Er wartet nun ietzt seine Lohn,
die lang erwünschte Himmels Cron,
gebohren den 13ten 9bris 1715.  begraben
den 21. May 1783-
Sein Söhnle so sich Jakob nannt
des zwar die Welt noch nicht erkannt;
Ruht neben seines Vaters grab
nur sechs Jahr Gott ihm s leben gab/
gebohren 1745  begraben 1751-


Die große Platte mit oben geschwungenem Abschluss ist gekrönt von einem Totenkopf. Darüber steht ein kleines Metallkreuz.

Lassen wir den Chronisten Rudolf Hugard sprechen: „Hans Jakob Werra aus dem Augstal [Aostatal] in Italien, wurde 1707 als Bürger angenommen, nachdem er sich verpflichtet hatte, in seinem Handlungsgeschäft nur den Tuchhandel zu treiben“. Er war verheiratet mit Catharina Knoblochin, der Tochter des Rotgerbers und Stadtvogts Johann Jacob Knobloch und seiner Frau Anna Maria Wirmlerin. Diese stifteten ein Wegekreuz, das an der Ecke Wettelbrunner/ Schwarzwaldstraße steht. Darauf findet man das Zeichen der Rotgerber und ein weiteres Wappen. Die Familie Werra wohnte in der Hauptstraße. Dort befindet sich im oberen Stockwerk ihres früheren Hauses noch das Savoyardenzeichen auf einer Fensterbank. Es gibt keine Nachkommen der Familie Werra mehr in Staufen.


Unbekannte Grabplatte

In der Nähe der Kapelle liegt unter dem Schnurbaum eine große Grabplatte. Darauf erkennt man keine Schrift mehr, nur das Handelszeichen der savoyischen Händler, die doppelt quergestrichene Vier mit einem Herz darunter und Zweigen daneben. Man weiß nicht, zu welcher Familie sie gehört hat. Es heißt, die Platte habe lange vor dem Eingang der Sebastianskapelle gelegen. Dabei sei durch eine metallene Fußmatte die Schrift abgerieben worden.

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Savoy Herz.jpg

Savoyardenzeichen

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