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Der Friedhof Staufen

Teil 2: Die Entstehung des Friedhofs

Im Mittelalter wurden die Verstorbenen im Umfeld der Kirche bestattet, hochgestellte Persönlichkeiten auch im Inneren. So waren die Menschen durch ihren häufigen Kirchgang immer mit ihren Verstorbenen verbunden. Heute ist der Friedhof im Allgemeinen öffentlich, im Eigentum und unter der Verwaltung der politischen Gemeinde. Kürzlich wurde ein erster privater Friedhof eröffnet.

1564 war ein Pestjahr. Wegen Geruchsbelästigung und Ansteckungsgefahr fragte der Freiherr Anton von Staufen bei dem zuständigen Bischof von Konstanz an, ob man den Friedhof nach außerhalb der Stadt verlegen dürfe, zunächst nur als Seuchenfriedhof. Man bat auch um die Erlaubnis, auf diesem neuen Friedhof eine Kapelle zu erbauen mit einem geweihten Altar, damit dort auch die Hl. Messe gelesen werden könne. Dann erlosch die Pest. Erst bei erneutem Ausbruch 1595 wurde der Friedhof 1596 an dem Wege nach Wettelbrunn angelegt. Das Grundstück hatte zu dem benachbarten herrschaftlichen Erblehenhof gehört. Es heißt, Stifterin des Grundstücks sei Cleophe Held gewesen, die Frau eines Schulmeisters. Ihr Grabstein von 1608 ist an der Mauer zu sehen. Laut Pfarrer Weitzel aber wurde der Platz des neuen Friedhofs von der Tochter des Staufener Burgherren geschenkt. Die Kapelle wurde aus freiwilligen Beiträgen erbaut. Sie wurde 1596 ausgemalt und 1600 vollendet. [Stadtkirche]

http://www.staufen.de/Partner/1030/Geschichte/Friedhof_Guckes/1_Kapelle.jpg

 

 

Die Kapelle St. Sebastian

http://www.staufen.de/Partner/1030/Geschichte/Friedhof_Guckes/2_Kapelle mit Nische.jpg    

In einer Nische außen steht:
St. Sebastianus-Kapelle
Erbaut im Pestjahr 1597
Renoviert im Jub.jahr 1936
Letzte Renovierung 1983 . 2014

 

Die Renovierung 1936 weist hin auf das 600jährige Jubiläum der ersten Erwähnung der Stadtkirche St. Martin. Ein Stein in der Außenmauer der Kapelle zeigt das Entstehungsjahr des Friedhofs 1597.

 

http://www.staufen.de/Partner/1030/Geschichte/Friedhof_Guckes/4_1597 Stein aussen.jpg

O Christliche Herzen, gehet
doch nit verbey
Und betrachtet, wer hier
begraben sey.
Ach, gedencket doch unser,
Mit einem H. Vaterunser
1597

 

An der Grunerner Friedhofsmauer findet sich der fast gleiche Spruch, aber mit der Jahreszahl 1853.

Maximilian I. hatte schon 1513 für die Habsburgischen Gebiete ein Dekret erlassen, die Friedhöfe aus den Zentren der Orte zu verlagern. Es fanden noch weiterhin Bestattungen innerhalb der Kirchen statt, so auch für die Freiherren von Staufen. Ab 1784 wurden durch Kaiser Joseph II. Beerdigungen innerhalb von Kirchen verboten. Das galt auch für die Staufener Kapuzinerkirche. Die Kapuziner wurden dann  auf dem Friedhof beerdigt.

Die Friedhofsanlage innerhalb der Mauer steht heute als Ensemble unter Denkmalschutz.   

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