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Der Friedhof Staufen

Teil 5: Die Denkmäler zu Ehren der Opfer der Weltkriege

Erster Weltkrieg

In der Ecke  vom nördlichen und westlichen Teil der alten Umfassungsmauer steht das Denkmal zum Andenken an die Gefallenen und Vermissten Staufens im 1. Weltkrieg.

  

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Kriege\Krieg W1 in 2012.jpg     Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Friedhof Impressionen\Impressionen\Krieg W1 Kopf.jpg

Das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs

 

Es ist ein übergroßer Engel, dessen Haupt mit einem kleinen Blütenkranz trauernd gesenkt ist. Mit der schlanken Gestalt und den fließenden Gewändern ist es dem Jugendstil zuzuordnen. Unter seinen schützend ausgebreiteten Armen stehen die Namen der 75 Gefallenen und Vermissten der Stadt Staufen. Man kann sie kaum noch entziffern, aber sie stehen nun auf zwei Metalltafeln am Fuße des Denkmals. Davor finden sich 5 Grabplatten von Gefallenen, die hierher zurückgebracht wurden. Außerdem sind einige  Gefallene auf den Familiengrabstellen beerdigt.

Hermann Ays listet die Namen in seinem „Staufener Bilderbogen“ von 1933 auf. Man erfährt, wo die Soldaten ihr Leben gelassen haben.

 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Gefallene Ays a Ausschn.jpg

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Das Denkmal wurde gestaltet von Roderich Jerusalem, der von 1918 bis 1934 Jahre in Staufen lebte. In den 30er Jahren erinnern seine Werke an den nationalsozialistischen Stil. Es finden sich in der Stadt und Umgebung noch weitere Werke von ihm. Die Familie des Künstlers hieß ursprünglich Wessel. Im 13. Jhd. pilgerte ein Vorfahre dreimal nach Jerusalem und erhielt deshalb vom Papst den Beinamen Jerusalem, der dann später zum Familiennamen wurde.

Ein Mitglied dieser Familie, Karl Wilhelm Jerusalem, erlangte literarische Bedeutung. Er war Jurist in Wetzlar und nahm sich 1772 das Leben, weil er die Frau, die er liebte, nicht bekommen konnte. Goethe, auch Jurist, hörte von seinem Schicksal und nahm es als Vorbild für sein Werk „Die Leiden  des jungen Werther“. [Kuno Brombacher]

Jerusalem verstarb 1967 in Lörrach und vermachte der Stadt viele Gemälde. In späteren Jahren signierte er seine Bilder mit J. von Safft. Anhand seiner Geburtsurkunde ließ sich herausfinden, dass dieses der Geburtsname seiner Mutter war. Der Stil dieser Bilder war deutlich anders als in den 30er Jahren.


Zweiter Weltkrieg

Am 8. Februar 1945 fand ein verheerender Luftangriff auf Staufen statt. Es befanden sich auch Soldaten in der Stadt. Es gab insgesamt 79 Todesopfer. Sie fanden ihre letzte Ruhestätte an der westlichen Außenmauer des Friedhofs. Kleine Steinkreuze erinnern an sie. Auf tönernen Tafeln sind die Namen festgehalten. An einem mit Efeu bewachsenen Durchgang mit Rundbogen weist eine Metallplakette darauf hin, dass diese Anlage vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge errichtet wurde.

Es war nicht mit Sicherheit geklärt, wer den Luftangriff geflogen hat. 2013 kam der Hinweis eines französischen Germanisten, dass lt. Kriegstagebuch der französischen Fliegereinheit 174 „Champagne“ diese Einheit den Ort an jenem Tag bombardiert hat.

 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Kriege\Krieg W2 Kreuze WEB.jpg

Opfer des Luftangriffs 8. Februar 1945

Alte Bilder vom Fotografen Kuban zeigen, wie die Grabstätten zuerst gestaltet waren und später umgestaltet wurden [zur Verfügung gestellt von August Villinger].

 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos früher\Friedhof 11 Kuban Vill .jpg 

Opfer des Luftangriffs vom 8. Februar 1945; Erstzustand

 

 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos früher\Friedhof 05 Vill .jpg  

Opfer des Luftangriffs vom 8. Februar 1945; Neugestaltung

Drei ebensolche Kreuze stehen in der Nähe des Tores, das zur Aussegnungshalle führt. Sie sollen bedeuten: Treue, Opferbereitschaft und Kameradschaft. Davor liegt ein Stein, der zum Nachdenken anregt. Darauf steht: "Wir gehen alle den selben Weg".

 

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Friedhof allgemein\Denselben Weg 2012 a.JPG    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Friedhof allgemein\Denselben Weg.jpg 
Drei Kreuze   "Wir gehen alle den selben Weg"

                                                                      

Für alle Kriege gibt es ein gemeinsames Denkmal von Ludwig Weber:

Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Fotos 1\Kriege\Kriege Text.jpg

Den Toten der Kriege

 

 Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Impressionen\Kriege Kreuz Frühling.jpg    Beschreibung: C:\Users\Guckes\Documents\Friedhof Buch\Impressionen\Kriege Wintersonne b 12.jpg
Kreuz für die Toten der Kriege   Kreuz Kriege Innenkreuz

 

Das wuchtige Steinkreuz hat ein offenes Innenkreuz, durch das im Winter am Nachmittag je nach Stand der Sonne die Strahlen fallen können.

Ludwig Weber gibt seinen Werken keinen Titel. Wie er selbst erzählte, sind ihm die Beziehungen der Menschen zueinander wichtig, Entfernung, Annäherung, Ursprung. Oft findet sich ein Mittelpunkt, ein Zentrum, das schützend eingefasst ist. Häufig sind seine Werke wuchtig und monumental, da er den Stein gern im Steinbruch bearbeitete. Ludwig Weber ist im Oktober 2013 verstorben.

In Staufen gibt es noch andere Gedenkstätten der Kriege, nämlich am Bötzen die Josefskapelle und in der evangelischen Kirche ein hölzernes Gedenkbuch. Vor der Renovierung im Jahre 2007 befand sich auf der rechten Seite des Rathauses eine Gedenktafel aus Metall für die Teilnehmer des Krieges 1870/71 gegen Frankreich.

Die Gefallenen der Kriege, die hier auf dem Friedhof liegen, sind aufgeführt bei www.denkmalprojekt.org unter Deutschland/ Baden-Württemberg/ Kreis Breisgau-Hochschwarzwald/ Staufen.

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