Einwohnerversammlung 2018

Große Resonanz fand die Einladung von Bürgermeister Michael Benitz und der Stadtverwaltung zur Einwohnerversammlung am 21. März 2018. Aufgrund der Tagesordnung war man vom Foyer in die Belchenhalle umgezogen, doch die vom Bauhof vorbereiteten rund 250 Sitzplätze reichten an diesem Abend nicht aus, sodass kurzfristig nachgestuhlt werden musste.

Für die musikalische Umrahmung sorgte die Stadtmusik Staufen, die die Einwohnerversammlung mit zwei schwungvollen Stücken eröffnete.

Im ersten Teil des Abends kamen die externen Fachleute zu den großen Themen, die Staufen aktuell bewegen, zu Wort.

Den Anfang machte Architekt Thomas Thiele, der zum Ergebnis der zweiten Stufe des Architektenwettbewerbs für die Wohnbebauung auf dem Schladerer-Areal Süd sowie den Stand der Beratungen zum dort geplanten Bürgerhaus referierte. Anschließend stellte der Leiter der BDB-Musikakademie Staufen, Christoph Karle, die Planungen für das neue Akademiegebäude im Gewerbegebiet Gaisgraben vor. Herr Hartmut Klein vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald informierte danach über den Stand der Planungen für den Erweiterungsbau des Faust-Gymnasiums Staufen und die Veränderungen der Verkehrsinfrastruktur.
Jens Schleinig von der Stadtverwaltung konnte über den kürzlich abgeschlossenen, fast zweijährigen Umbau des Alten Spitals berichten und zeigte anhand einer Fotodokumentation die aufwendigen Sanierungsarbeiten. Anfang März 2018 hat dort eine hochmoderne Tagespflegeeinrichtung der Sozialstation Südlicher Breisgau e. V. den Betrieb aufgenommen, über deren Konzept Geschäftsführerin Waltraut Kannen informierte.

Nach einer kurzen Pause, in der die Stadtmusik Staufen noch einmal zwei Stücke zu Gehör brachte, folgte der Bericht von Bürgermeister Michael Benitz zu weiteren aktuellen Projekten und Themen.

Er gab einen Überblick über den Stand des Breitbandausbaus in Staufen und den Teilorten, die Kanalsanierung im Bereich Kirchstraße bis Auf dem Graben, den Zeitplan für den Bau der Ortsumfahrung L 123, die zu treffenden Hochwasserschutzmaßnahmen und die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes 2018/2019. Auch außerhalb des Schladerer-Areals Süd schreitet die städtebauliche Entwicklung voran. So berichtete Bürgermeister Benitz über die beiden Erweiterungen des Gewerbegebietes Gaisgraben III (reines Gewerbegebiet) und Gaisgraben Süd (Mischgebiet), die Bebauungspläne Schwarzwaldstraße, wo Wohnungen zu erschwinglichen Mietpreisen entstehen sollen, und Richard-Müller-Straße sowie über die beiden Bebauungsplanänderungen für den BDB - zum einen im Gaisgraben, wo der Neubau entsteht, aber auch in der Alois-Schnorr-Straße, wo das "alte" Akademiegebäude einer Wohnbauung weichen soll. Weitere Themen waren die Flüchtlingssituation in Staufen, der Neubau von zwei Beachvolleyballfeldern bei den Sportanlagen beim Schulgelände, der Umbau des Hartplatzes auf dem Sportplatz in Grunern in einen zweiten Kunstrasenplatz für den Staufener SC, die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr Staufen und die aktuellen Zahlen zu den Hebungsrissen in Staufen. Danach stellte der Bürgermeister wesentliche Zahlen zur Finanzlage vor. Die Kämmerei war im vergangenen Jahr besonders gefordert, da zum normalen Tagesgeschäft auch die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht (NKHR) zu bewältigen war, was viel zusätzliche Arbeit für die Kolleginnen in der Finanzverwaltung bedeutete, aber mit viel Einsatz geschafft werden konnte. Ein Bericht zur Entwicklung der Stadtwerke MüllheimStaufen und ein Ausblick auf die kulturellen Veranstaltungen in Staufen im Jahreslauf rundeten den Vortrag ab, an dessen Schluss dann noch die neuen Gesichter im Team der Stadtverwaltung vorgestellt wurden.

Ein Höhepunkt jeder Einwohnerversammlung ist jeweils die Auszeichnung verdienter Mitbürgerinnen und Mitbürger für außerordentliche Leistungen im Ehrenamt mit der Ehrenmedaille der Stadt Staufen. In diesem Jahr hatten alle vier Gemeinderatsfraktionen Ehrungsvorschläge eingereicht, die in der Februar-Sitzung einstimmig beschlossen worden waren.

Auf Vorschlag der SPD wurde Lieselotte Stolz geehrt. Bei ihr sei keine Aufzählung von Ämtern und Posten für die Ehrung ausschlaggebend sondern ihr Lebenswerk, begann Bürgermeister Benitz seine Laudatio. "Lotte", wie Sie von allen genannt wird, sei eine Institution in Staufen und verkörpere all das, was es so liebenswert und besonders macht. So ist sie seit über sechs Jahrzehnten Gastgeberin im Bahnhöfle und war in dieser Zeit ein Stück Heimat in der Fremde für viele Studenten des Goethe-Instituts und oft auch deren mütterliche Anlaufstelle. Viele Kontakte bestehen bis heute. Auch für die örtlichen Vereine stand Lotte oft in der Küche und versorgte die Feuerwehr oder die Narren mit einem warmen Essen. Bis heute heiß begehrt ist in jedem Jahr das Essen am Eröffnungsabend bei den Teilnehmern der Staufener Musikwoche.

Der zweite Ehrungsvorschlag an diesem Abend kam von der CDU. Norbert Kähle, Inhaber der traditionsreichen Staufener Gärtnerei, steht für die Pflege von Tradition verbunden mit sanftem Fortschritt. Seit 1994 ist Herr Kähle Mitglied im CDU-Ortsverband Staufen und war über zehn Jahre Mitglied in dessen Vorstand. Von 1994 bis 2007 vertrat er seine Partei im Gemeinderat der Stadt Staufen und war dabei Mitglied im Bauausschuss. Zu seinen Schwerpunktthemen zählte schon damals der Staufener Friedhof, für dessen Erhaltung er sich bis heute besonders einsetzt. Von 2005 bis Anfang 2017 war Norbert Kähle außerdem Mitglied im Gutachterausschuss der Stadt Staufen. Auch in der katholischen Kirchengemeinde war und ist Herr Kähle aktiv und brachte sich als Pfarrgemeinderat und Stiftungsrat ehrenamtlich ein. Seit knapp 60 Jahren ist er als Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie Staufen im Amt.

Dieter Tschirschwitz, der von den Freien Wähler zur Ehrung vorgeschlagen worden war, erhielt die Ehrenmedaille für seine ehrenamtliche Arbeit im Arbeitskreis Staufener Stadtbild e. V., bei dem er von 1996 bis 2010 im Vorstand mitwirkte und u. a. das Amt des Kassenwarts bekleidete. Seit 2011 bis heute ist Herr Tschirschwitz Kassenprüfer des Vereins. Beim Förderkreis Faust-Gymnasium e. V. war er im Oktober 1978 Gründungsmitglied und von Beginn an bis im Frühjahr 2010 Kassenführer des Vereins. Auch als er sein Amt gesundheitsbedingt niederlegen musste, ist Herr Tschirschwitz Vereinsmitglied geblieben und wurde mittlerweile zum Ehrenmitglied ernannt. Beide Vereine bescheinigten ihm äußereste Korrektheit und betonten seine besondere Fähigkeit, so etwas "Trockenes" wie den Kassenbericht in seiner mitreißenden Art lebhaft darzustellen. In der evangelischen Kirchengemeinde ist Dieter Tschirschwitz seit dem 01.12.2013 Mitglied des Kirchengemeinderats und seit einigen Jahren mitverantwortlich in der Leitung der Seniorenarbeit, außerdem organisiert er die "Offene Kirche" in Staufen.

In Abwesenheit geehrt wurde Manfred Kluckert, der von der Umweltliste/Die Grünen nominiert worden war. Sein ehrenamtliches Engagement ist breit gefächert. So war er zum Beispiel Vorsitzender des Vereins der „Freunde des Goethe-Institutes Staufen“von seiner Gründung im Jahre 1983 bis zu dessen Auflösung 2004. Aus diesem Verein gingen die "Staufener Kulturtage" hervor, aus denen dann widerum die Idee einer Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Kazimierz Dolny geboren wurde. Am 23. Juli 1994 wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet und seither ist Manfed Kluckert Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses und organisiert Vorträge, Ausstellungen und Besuche in Polen. Doch auch der Sport in Staufen liegt ihm am Herzen. So war Herr Kluckert von 1981 bis 1985 Vorsitzender des TV Staufen, wo er besonders die Leichtathleten betreute und 1982 den 1. Staufener Stadtlauf durchführte. Beim FC Grunern-Wettelbrunn war er seit 2002 Beisitzer im Verein und drei Jahre lang Jugendtrainer. Aktiv spielte Herr Kluckert in der AH-Mannschaft bis zur Vereinsfusion mit dem FC Staufen, die er mit auf den Weg brachte.

Alle Geehrten erhielten neben der Ehrenmedaille eine Urkunde und eine Magnumflasche Sekt sowie einen Blumenstrauß. Die Ehrung von Herrn Manfred Kluckert wird so bald wie möglich durch Herrn Bürgermeister Benitz nachgeholt.

Nach rund zweieinhalb Stunden straffem Programm folge zu guter letzt eine Fragerunde, bei der vor allem die Verkehrssituation während den Bauarbeiten am Gymnasium und auch beim Schladerer-Areal angesprochen wurden. Zum Ausklang des Abends lud die Stadtverwaltung dann zu einem Glas Wein ein.

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