Ausstellungen

Sonderausstellung im Keramikmuseum: Art déco (1. Februar – 30. November 2019)

Hans Zeillinger, Staatliche Majolika-Manufaktur Karlsruhe, 1930



Der Art déco bildet sich nach dem Ersten Weltkrieg heraus und dauert bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges an. Im Jahr 1925 findet die legendäre Kunstgewerbeausstellung „Exposition internationale des Arts Décoratifs“ in Paris statt, während der die Art-déco-Bewegung seinen Höhepunkt feiert.
Die Bezeichnung „Art déco“ für eine stilistische Epoche taucht zum ersten Mal als Titel eines Artikels in der Zeitung „The Times“ im Jahr 1966 auf – also mehr als 50 Jahre nach dem Aufkommen des Stils. Kurz darauf entstehen mehrere Bücher und Überblicksausstellungen unter dem gleichen Titel, so dass sich dieser Begriff Ende der 1960er Jahre endgültig etabliert.

Typisch für den verspielten und raffinierten Art déco sind Muster, die aus Streifen, Punkten, Zick-Zack-Elementen, Schuppen, Stufen-Arrangements, Netzdekoren oder Gitterstrukturen bestehen. Bei floralen und figürlichen Motiven ist keine naturgetreue Wiedergabe angestrebt, sondern eine Reduktion auf schablonierte, abstrahierte oder geometrisierende Darstellungen. Der Spritzdekor ist dabei eine ideale Technik, um eine solche Ästhetik zu erreichen. So gut wie alle keramischen Betriebe installieren in dieser Zeit Spritzdekoranlagen, die so genannten Aerographen. Bei Formen der Keramiken werden gebogte, gerippte, gezackte oder getreppte Wandungen sowie der Hang zu kubistischer Durchformung vorgezogen. Man verzichtet auf die traditionellen Sehgewohnheiten und gibt den ungewöhnlich geformten Gefäßen den Vorrang.

Ein interessanter Aspekt der Art-déco-Produktion ist die Rolle der Frauen. Zuvor waren Entwerfer so gut wie immer Männer. In der Zwischenkriegszeit vertraut man den künstlerischen Fähigkeiten der Frauen so sehr, dass Entwerferinnen überall in Deutschland von den keramischen Betrieben angestellt werden.

Ausstellung im Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Str. 3, vom 2. Februar – 30. November 2019. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr und Sonntag 12–17 Uhr.

Studioausstellung im Keramikmuseum: Angela Burkhardt-Guallini (25. Mai – 30. Juni 2019)



Farbige Linien und verdrehte Bänder durchziehen die dünnen, weißen Porzellanschalen und verleihen ihnen Leichtigkeit und Eleganz. Am Freitag, dem 24. Mai 2019, um 19 Uhr findet die Eröffnung der Studioausstellung von Angela Burkhardt-Guallini aus Luzern im Keramikmuseum Staufen statt, deren Arbeiten international präsent sind und vor allem in Japan, Korea und Taiwan ausgezeichnet wurden. Die Kunsthistorikerin Dr. Christina Soltani stellt die Künstlerin vor, Frauke Horn spielt auf der Harfe.
 
Der japanische Keramiker und Lyriker Mitsuya Niiyama gab der jungen Kollegin vor über 30 Jahren den entscheidenden Impuls. Die uralte Neriage-Technik, bei der die Vielfarbigkeit auf der Kombination von Tonen unterschiedlicher Färbung beruht, wurde zum Ausgangspunkt für das Schaffen von Angela Burkhardt-Guallini und ihren unverwechselbar eigenen Stil. Im Durchschneiden, Aufeinanderstapeln und wieder Zusammenfügen durchgefärbter Tonplatten entdeckte sie ein Gestaltungsprinzip, das unendliche Variationen und zugleich eine ständige Weiterentwicklung erlaubt. Waren es unter dem Eindruck der Konkreten Kunst in der Schweiz zunächst komplizierte geometrische Muster in leuchtenden Farben, die ihr Werk bestimmten, so stellte sich mit dem Umstieg auf das japanische Seto-Porzellan 2005 eine freiere Formensprache ein. Weich schwingende Linien und Streifen in Schwarz, Rot und seit neuestem auch in Maigrün im Kontrast zum Weiß des Porzellans lassen vielfältige Assoziationen mit der Natur zu.
 
Ausstellung vom 25. Mai bis 30. Juni 2019 im Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Str. 3, 79219 Staufen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr, Sonntag 12–17 Uhr.

Eröffnet wird die Studioausstellung am Freitag, 24. Mai, um 19 Uhr.
 

Überblick: Studioausstellungen und Sonderveranstaltungen 2019 im Keramikmuseum


Seit über 20 Jahren veranstaltet der Förderkreis Keramikmuseum Staufen e.V. Studio-Ausstellungen mit zeitgenössischen Keramikerinnen und Keramikern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Weitere Informationen findenSie unter www.keramikmuseum-staufen.de.

2.2.–30.11.2019
Sonderausstellung des Badischen Landesmuseums: Art Déco - Aufbruch in die Moderne
Eröffnung Freitag 1. Februar, um 18 Uhr
 
15.2.–31.3.2019
Studioausstellung: Singular View – Martin McWilliam/ Oldenburg
Eröffnung Freitag 15. Februar, um 19 Uhr
 
10.3.2019, 15 Uhr
Führung: Highlights im Keramikmuseum, von Ina Zimmermann M.A.
(zum Tag der offenen Töpferei, Eintritt frei)
 
12.4.–19.05.2019
Studioausstellung: Das Bewusste und das Unbewusste – Kiho Kang/ Bad Ems
Eröffnung Freitag 12. April, um 19 Uhr
 
19.5.2019, 15 Uhr
Führung: Highlights im Keramikmuseum, von Dr. Christina Soltani
(zum Internationalen Museumstag, Eintritt frei)
 
24.5.–30.6.2019
Studioausstellung: Linie zu Linie – Angela Burkhardt-Guallini/ Luzern
Eröffnung Freitag 24. Mai, um 19 Uhr
 
5.7.–18.8.2019
Studioausstellung: Keramik und Animation – Stefan Jakob/ Zürich
Eröffnung Freitag 5. Juli, um 19 Uhr
 
13.–14.7.2019
Aktionstage: Mitmachaktion Rakubrand mit Stefan Jakob und Kurzführungen zu den Sonderausstellungen und Highlights der Sammlung
 
23.8.-6.10.2019
Studioausstellung: Leichterhand – Hans Fischer/ Passau
Eröffnung Freitag 23. August, um 19 Uhr
 
11.10.–24.11.2019
Studioausstellung: Instabile Räume – Manfred Emmenegger-Kanzler/ Ottersweier
Eröffnung Freitag 11. Oktober, um 19 Uhr
 
19.10.2019, um 15 Uhr
Exkursion des Förderkreises: Werkstattbesuch bei Jörg Treiber und Konzert an Silbermann-Orgel in Ettenheimmünster

Keramikmuseum Staufen, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr, Sonntag 12–17 Uhr.
Weitere Informationen unter: www.keramikmuseum-staufen.de.

Haus der modernen Kunst


Das „Haus der Modernen Kunst“, Ballrechter Str. 19, 79219 Staufen-Grunern, wurde im März 2007 eröffnet. Zusammen mit dem Art-Café verfügt es insgesamt über fast 400 qm Ausstellungsfläche. 

 
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag und Feiertage jeweils 15–18 Uhr (oder nach telefonischer Vereinbarung, Tel. 07633 929441).

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Technisches Denkmal „Fark'sche Werkstatt“

Die 1892 gegründete Maschinenbau- und Schlosserwerkstatt von Emil Fark ist fast vollständig erhalten. Seit kurzem können alle Maschinen wieder im Betrieb besichtigt werden. Die vom Arbeitskreis Staufener Stadtbild e.V. betreute Werkstatt gibt einen hervorragenden Einblick in die Frühzeit des deutschen Maschinenbaus (vgl. auch das Video bei Youtube).



Öffnung: auf Anfrage beim Arbeitskreis Staufener Stadtbild, Manfred Kiefer, Tel.: (07633) 8209472.

Ausführliche Informationen des Arbeitskreises Staufener Stadtbild

Literarische Ausstellung: Huchel und Kästner

Bild von Stefan Moses

Nachdem Peter Huchel die DDR am 27. April 1971 nach acht Jahren Isolation endlich verlassen durfte, fand er in Staufen im Breisgau die »Notherberge« seines Alters. Auf den Tag 42 Jahre nach Huchels Ausreise wurde in Staufen eine literarische Dauerausstellung eröffnet, die diesem bedeutenden Lyriker und Literaturredakteur ebenso gewidmet ist wie seinem späten Freund Erhart Kästner.

Kästner, der in den 50er Jahren durch seine Griechenland-Bücher bekannt geworden ist und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, der Bibliothek von Leibniz und Lessing, nach 1945 wieder Weltgeltung verschafft hat, hatte einige Jahre vor Huchel seinen Alterssitz im künstlerfreundlichen Staufen genommen und Huchels Ansiedlung dort ermöglicht.

Von ihren wenigen Staufener Jahren, in denen sie ihre Freundschaft auf täglichen Spaziergängen und in oftmals wortlosem Einverständnis pflegten, blendet die Ausstellung in vier Abteilungen zurück auf die Lebenswerke der 1903 und 1904 Geborenen, in denen sich die deutsche Literatur- und Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts exemplarisch spiegelt.

In Staufen wird außerdem der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik verliehen. Die vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Auszeichnung für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis wird jährlich am Geburtstag Peter Huchels, dem 3. April, verliehen.

Literarische Ausstellung im Stubenhaus Staufen, Hauptstr. 54 a.

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14–17 Uhr (Winterpause: 1. Dezember – 31. Januar).

Von Montag bis Freitag kann vormittags der Schlüssel zur Ausstellung im Kulturreferat der Stadt Staufen (Rathaus Staufen, gegenüber dem Stubenhaus) abgeholt werden.

Stadtmuseum im Rathaus

Das Stadtmuseum zeigt ausgewählte Episoden aus der Geschichte der Stadt Staufen in den historischen Räumen des Rathauses. Die Multimediastation im 1. Stock präsentiert unter anderem eine Videorekonstruktion des mittelalterlichen Staufens.



Stadtmuseum im Rathaus, Hauptstr. 56. Öffnung: während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung sowie Sonntag 14–17 Uhr.

Schaufenster der Galerie Fluchtstab


Diesen Monat im Schaufenster: Arbeiten von Hans Sieverding (Malerei) und Johannes Beyerle (Zeichnung).

Galerie Fluchtstab, Kirchstraße 16, 79219 Staufen im Breisgau, Kontakt: Elmar Bernauer, Telefon 07633 82107

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