Ausstellungen

Ausstellung im Haus der Modernen Kunst: David Stegmann und Johannes Mundinger (21. Sept. - 17. Nov. 2019)

Die beiden befreundeten Künstler David Stegmann und Johannes Mundinger zeigen in dieser Ausstellung ein gelungenes Zusammenspiel abstrakter Malerei. Johannes Mundinger (1982), ist in Offenburg geboren und aufgewachsen. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet er in Berlin. Die Formensprache in seiner Malerei ist ausschließlich abstrakt und hat sich stets weiterentwickelt. David Stegmann (1982), geboren in Freiburg, lebt und arbeitet in Staufen. Seine Landschaftsmotive sind eine Neuinterpretation der klassischen Landschaftsmalerei. Neben diesen Arbeiten zeigt er Abstraktionen auf Holz und Leinwand.Haus der Modernen Kunst, Ballrechter Str. 19, 79219 Staufen-Grunern. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag und Feiertage jeweils 15–18 Uhr (oder nach telefonischer Vereinbarung, Tel. 07633 929441). Homepage hier.

Sonderausstellung im Keramikmuseum: Art déco (1. Februar – 30. November 2019)

Hans Zeillinger, Staatliche Majolika-Manufaktur Karlsruhe, 1930



Der Art déco bildet sich nach dem Ersten Weltkrieg heraus und dauert bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges an. Im Jahr 1925 findet die legendäre Kunstgewerbeausstellung „Exposition internationale des Arts Décoratifs“ in Paris statt, während der die Art-déco-Bewegung seinen Höhepunkt feiert.
Die Bezeichnung „Art déco“ für eine stilistische Epoche taucht zum ersten Mal als Titel eines Artikels in der Zeitung „The Times“ im Jahr 1966 auf – also mehr als 50 Jahre nach dem Aufkommen des Stils. Kurz darauf entstehen mehrere Bücher und Überblicksausstellungen unter dem gleichen Titel, so dass sich dieser Begriff Ende der 1960er Jahre endgültig etabliert.

Typisch für den verspielten und raffinierten Art déco sind Muster, die aus Streifen, Punkten, Zick-Zack-Elementen, Schuppen, Stufen-Arrangements, Netzdekoren oder Gitterstrukturen bestehen. Bei floralen und figürlichen Motiven ist keine naturgetreue Wiedergabe angestrebt, sondern eine Reduktion auf schablonierte, abstrahierte oder geometrisierende Darstellungen. Der Spritzdekor ist dabei eine ideale Technik, um eine solche Ästhetik zu erreichen. So gut wie alle keramischen Betriebe installieren in dieser Zeit Spritzdekoranlagen, die so genannten Aerographen. Bei Formen der Keramiken werden gebogte, gerippte, gezackte oder getreppte Wandungen sowie der Hang zu kubistischer Durchformung vorgezogen. Man verzichtet auf die traditionellen Sehgewohnheiten und gibt den ungewöhnlich geformten Gefäßen den Vorrang.

Ein interessanter Aspekt der Art-déco-Produktion ist die Rolle der Frauen. Zuvor waren Entwerfer so gut wie immer Männer. In der Zwischenkriegszeit vertraut man den künstlerischen Fähigkeiten der Frauen so sehr, dass Entwerferinnen überall in Deutschland von den keramischen Betrieben angestellt werden.

Ausstellung im Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Str. 3, vom 2. Februar – 30. November 2019. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr und Sonntag 12–17 Uhr.

Studioausstellung im Keramikmuseum: Manfred Emmenegger-Kanzler (11. Oktober – 24. November 2019)

Das Werk des Bildhauers und Keramikers Manfred Emmenegger-Kanzler reicht von kleinen Wandarbeiten bis zu Großplastiken für den öffentlichen Raum. Schon früh wurde seinen aus geometrischen Formen aufgebauten Körpern Aufmerksamkeit und Anerkennung durch Preise zuteil. Am Freitag, 11. Oktober 2019, um 19 Uhr findet die Eröffnung seiner Studioausstellung im Keramikmuseum Staufen statt. Peter Schmitt, stellvertretender Direktor des Badischen Landesmuseums Karlsruhe i.R., führt in die Ausstellung ein. Martina Roth aus Freiburg begleitet auf der Querflöte.
 
Manfred Emmenegger-Kanzler bedient sich scheinbar einfacher stereometrischer Formen, häufig des Würfels oder Quaders, denen er jedoch durch Einschnitte und Öffnungen ihre Eindeutigkeit nimmt. Neben Ton verwendet er schon seit längerer Zeit Stahl, einen Werkstoff, der seinem konstruktiven Ansatz entgegenkommt. Denn seine Tonobjekte laufen mit ihren scharfen Kanten den gewöhnlich mit Keramik verbundenen Erwartungen zuwider, deren Materialität, Farbigkeit und raue Oberfläche der Künstler jedoch bewusst einbezieht. Die aus solchen Widersprüchen resultierende Spannung zeichnet sein Werk aus. Was auf den ersten Blick rational gestaltet erscheint, verursacht bei genauerer Betrachtung Irritationen, die sich nicht auflösen lassen.
 
In einigen neueren Arbeiten werden die Wände dieser Körper gleichsam aufgefaltet zu unregelmäßigen, gegeneinander geneigten Flächen, die als fragile, kunstvoll ausbalancierte Gebilde in den Raum vorstoßen. Auch sie vermitteln dieses Gefühl der Unsicherheit, diesmal als das einer nicht auf Dauer garantierten Stabilität. Was fest steht, könnte ins Schwanken geraten, so dass der Betrachter wie bei allen Arbeiten Emmenegger-Kanzlers gut daran tut, nicht an einem Standpunkt zu verharren.
 
Ausstellung vom 11. Oktober bis 24. November 2019 im Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Str. 3, 79219 Staufen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr, Sonntag 12–17 Uhr.

Eröffnet wird die Studioausstellung am Freitag, 11. Oktober, um 19 Uhr.
 

Überblick: Studioausstellungen und Sonderveranstaltungen 2020 im Keramikmuseum


Seit über 20 Jahren veranstaltet der Förderkreis Keramikmuseum Staufen e.V. Studioausstellungen mit zeitgenössischen Keramikerinnen und Keramikern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Weitere Informationen findenSie unter www.keramikmuseum-staufen.de.

8.2.–30.11.2020
Sonderausstellung des Badischen Landesmuseums: Picasso & Co. – Berühmte Künstler und ihre Keramiken
Eröffnung Freitag, 7. Februar, um 18 Uhr
 
15.2.–29.3.2020
Studioausstellung: Susanne Lukács-Ringel – Tea for two and more
Eröffnung Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr
 
15.3.2020, 15 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung "Picasso & Co." 
(zum Tag der offenen Töpferei, Eintritt frei)
 
4.4.–24.05.2020
Studioausstellung: Jochen Rüth – Erdkrusten und Glasflüsse
Eröffnung Freitag, 3. April, um 19 Uhr
 
17.5.2020, 15 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung "Picasso & Co."
(zum Internationalen Museumstag, Eintritt frei)
 
30.5.–5.7.2020
Studioausstellung: Michel Cohen – Spiel mit dem Feuer
Eröffnung Freitag, 29. Mai, um 19 Uhr
 
11.7.–23.8.2020
Studioausstellung: Ute Beck – Gitter und Glitter
Eröffnung Freitag, 10. Juli, um 19 Uhr
 
10.–12.7.2020
Aktionstage: Mitmachaktion sowie Kurzführungen zu den Sonderausstellungen und Highlights der Sammlung
 
29.8.–11.10.2020
Studioausstellung: Mi Sook Hwang – Fläche und Linie
Eröffnung Freitag, 28. August, um 19 Uhr
 
17.10.–29.11.2020
Studioausstellung: Lea Georg – Neue Objekte
Eröffnung Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr

Keramikmuseum Staufen, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr, Sonntag 12–17 Uhr.
Weitere Informationen unter: www.keramikmuseum-staufen.de.

Haus der modernen Kunst


Das „Haus der Modernen Kunst“, Ballrechter Str. 19, 79219 Staufen-Grunern, wurde im März 2007 eröffnet. Zusammen mit dem Art-Café verfügt es insgesamt über fast 400 qm Ausstellungsfläche. 

 
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag und Feiertage jeweils 15–18 Uhr (oder nach telefonischer Vereinbarung, Tel. 07633 929441).

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Skulpturen in Staufen – ein Überblick

Staufen verfügt über eine ganze Reihe eindrucksvoller Skulpturen, die öffentlich zugänglich sind.

Kurt Lehmann (1905–2000)
 
Kurt Lehmann zählt zu den herausragenden deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit. Seine Skulpturen prägen heute vor allem zwei Städte, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hannover und Staufen. In Hannover war Lehmann von 1949–1970 als Professor an der Architekturabteilung der Technischen Hochschule tätig. Der mit mehreren angesehenen Preisen ausgezeichnete Künstler erhielt in dieser Zeit zahlreiche Aufträge zur künstlerischen Gestaltung öffentlicher Bauten und Plätze. Nach seiner Emeritierung kam Lehmann 1970 nach Staufen, wo der „Bacchus“ das reiche Spätwerk einleitete. Die beiden letzten Lebensjahre verbrachte Lehmann wieder in Hannover.
 
Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt Lehmann an der Staatlichen Kunstakademie in Kassel bei Alfred Vocke. Wichtiger noch war wie für eine ganze Generation deutscher Bildhauer der Einfluss Aristide Maillols und Wilhelm Lehmbrucks. Zahlreiche Studienreisen in der Vor- und Nachkriegszeit führten Lehmann zu einer Kunst, die sich an den klassisch-antiken Vorbildern der Menschendarstellung orientierte. So atmen seine Skulpturen den Geist eines tiefen, häufig humorvollen Humanismus, der sich bis heute dem Betrachter unmittelbar erschließt.

Weiblicher Halbakt, 1926

Der „weibliche Halbakt“ gehört zu Lehmanns ersten Werken. Diese Skulptur ist nicht nur das Spiel von Linien, Wölbungen und Vertiefungen, sondern überzeugt auch durch den nach innen gekehrten, zart beseelten Blick. Ein harmonisches Menschenbild! Kurt Lehmann lebte und arbeitete von 1970 bis 1998 in dem Haus, auf dessen Grundstück die Skulptur nun steht. Daran erinnert auch der rechts vom Grundstück beginnende „Kurt-Lehmann-Weg“.

Junge mit Taube, 1953

Der unbekleidete „Junge mit Taube“, wurde von Lehmann in einer kleinen Fassung (Bronze, 1953, H: 25 cm) und in einer nur unwesentlich veränderten großen Fassung hergestellt. In der Figur sind tektonischer Aufbau und Naturwahrheit zu einer Einheit verschmolzen, die die Nähe der klassischen Antike spüren lässt. Der erste Entwurf der Figur, von deren vier Güssen einer in einem Innenhof von Hannovers Tellkampf-Schule seinen Platz gefunden hat, geht ins Jahr 1936 zurück.

Hirtenjunge, 1954

Wie ein flacher Pfeiler strebt der Hirtenjunge, nur mit einem langen, um die Hüfte geschlungenen Tuch bekleidet, in die Höhe. Die Figur fand auf der III. Biennale in Sao Paulo 1955 allgemeine Anerkennung und kam in die engste Wahl für den Großen internationalen Preis der Plastik. Der überlebensgroße, stehende „Hirtenjunge“ ist 1954 entstanden, geht aber auf eine etwa zehn Jahre ältere kleinformatige Formulierung des Themas zurück. Die Modellierung der Details erfolgt nur in zartem Relief, eine gewisse spröde Kantigkeit macht den Reiz dieser Plastik aus.

Klage, 1966

Die Skulptur mit dem Titel „Klage“ gibt, abermals auf stark vereinfachte Weise, einen blockartig hingekauerten Jüngling wieder, der das Gesicht in den übereinander geschlungenen Armen verbirgt. Schon in Kassel und während der ersten Zeit in Hannover hatte Kurt Lehmann das Thema Klage wiederholt bedrängt. Die Gestalt des niedergebrochenen Jünglings war für ihn zum Inbegriff der Trauer geworden.

Femme debout, 1972

Lehmanns Liebe gilt nach der Übersiedlung nach Staufen im Jahr 1970 vorzugsweise den runden weiblichen Formen, in ihnen lebt die Darstellung von der Urmutter Erde, dem Quell aller Fruchtbarkeit, weiter. Mit seiner „Femme debout“, der stehenden Frau, stellt er dieses Grundmotiv in einer in der bildenden Kunst häufig verwendeten Form dar, gibt ihr aber durch ihre eigentümliche Haltung zugleich einen sehr besonderen Gestus.

Bacchus, 1975/76

Die Übersiedlung nach Staufen 1970 bedeutet den Beginn eines Spätwerks aus der Fülle des Lebens. Die größere Nähe zur Natur, der tägliche Anblick einer Landschaft mit Weinbergen wecken ein dionysisches Lebensgefühl. Es strömt hinein in Bildwerke von erdhafter Kraft. Als erstes in den Trauben schmatzenden Bacchus. Der ist ein Willkommensgruß an die neue Heimat; ein Zusammenklang von Natur und Kunst, wie er schöner und anmutiger kaum zu denken ist. Die Figur wurde nach einer kleineren ersten Fassung 1975/1976 für den Freiburger Seepark und 1997 für Staufen ausgeführt.

Nereide, 1976/79

Die Bronzefigur „Nereide“ stellt eine der Meeresnymphen aus dem Gefolge des Poseidon und der Amphitrite dar. Wie die antike Sage überliefert, erheitern diese mythischen Wesen die Seeleute durch Spiel und Tanz und helfen ihnen in Bedrängnis. Lehmann hat in seiner „Nereide“ die fließende Bewegung des Tanzes festgehalten, die dem gleichmäßigen Auf und Ab der Wellen entspricht; der Körper der Sagengestalt besitzt zugleich etwas Pflanzenhaftes, erinnert an die Formen mancher Meeresalgen. Diese Skulptur ist ebenfalls im Park der Medizinischen Hochschule Hannover zu finden.

Ludwig Weber (1922–2013)
 
Stiller wirkt das in Staufen nicht minder präsente Werk Ludwig Webers. Der seit 1957 als Bildhauer in Staufen tätige Weber schuf mit seinen Skulpturen auf dem Friedhof, dem Schladererplatz und dem Bonnevilleplatz Werke mit einer zeitlosen Formensprache.
 
Ludwig Weber erhielt seine erste künstlerische Ausbildung bei Walter Schelenz an der Kunsthandwerkschule Bonndorf, die er an der Akademie der Schönen Künste von Brera in Mailand bei Marino Marini fortsetzte. Bewusst beziehen Webers durchgängig abstrakte Bildwerke das Umfeld des Kunstwerks mit ein. Häufig symmetrisch gestaltete Durchbrüche in den Skulpturen lassen für den Betrachter den Stein mit seinem natürlichen Umfeld verschmelzen. Zugleich legt sich der Stein schützend um die offenen Zentren. So wirken Webers stets titellose Werke zurückhaltend, dabei aber kraftvoll und harmonisch. Weber selbst sprach von Versöhnung und Nächstenliebe als zentralen Motiven seiner Kunst.

Brunnen Schladererplatz, 1970
 
Der große Brunnen auf dem Schladererplatz wurde anlässlich des 1200-jährigen Jubiläums der Ersterwähnung von Staufen errichtet. In der rund drei Tonnen schweren, großen Schale verharrt das vom Stein am Rand gehaltene Brunnenwasser ruhig. In der Brunnenmitte ist es dagegen Sieger: aus einem vom Wasser aufgebrochenen Würfel strömt es in die Schale. Wasser und Stein, das Fließende und das Beharrende halten sich die Waage.

Ein weiterer Brunnen Webers befindet sich auf dem Friedhof.

Feldkreuz am Schlossberg (sogenanntes „Freudigkreuz“), 1975
 
Das Kreuz am Schlossberg ersetzte ein altes Kreuz, das zum Gedenken an zwei Brüder errichtet worden war. Im Streit um das Erbe hatte einer den anderen mit der Rebhacke getötet. Webers Kreuz ist Mahnung an den Tod des Erschlagenen, aber das Kreuz wird auch von der dahinter stehenden, höheren Säule gehalten und tröstend umschlungen. So wird das Kreuz zugleich zum Symbol für Brüderlichkeit und Nächstenliebe.

Ehrenmal für die Opfer der Weltkriege, 1976
 
Das am Hauptweg zur Aussegnungshalle stehende monumentale Ehrenmal greift das christliche Symbol des Kreuzes gleich mehrfach auf, vom äußeren Umriss bis hin zum kreuzförmigen Durchbruch in der Steinmitte. Besonders eindrucksvoll wirkt der Durchbruch an einigen Tagen im Frühjahr und im Herbst, wenn die Sonne unmittelbar durch das Kreuz scheint. Dabei meint das Kreuz nicht allein den Tod, sondern den christlichen Glauben schlechthin. Es ist das Kreuz, das den schweren Stein aus Schwarzwaldgranit öffnet und dem Betrachter weitere Perspektiven erlaubt.

Kreuz in der Aussegnungshalle, 1976
 
Das aus Tombak gearbeitete Kreuz zeigt mit Kreisen und Strahlen sowohl Konzentration auf die Mitte der Skulptur als auch die von dieser Mitte ausgehende Strahlkraft. Dabei bleibt die Mitte des Kreuzes leer: was im Zentrum des christlichen Glaubens steht, bleibt ungesagt. Das Kreuz ist der Tod, aber zugleich auch die im Unbestimmten liegende Verheißung des ewigen Lebens. Mit wenigen geometrischen Elementen gelingt Weber hier eine würdige Ausstattung der städtischen Aussegnungshalle.

Stele auf dem Bonneville-Platz, 2013
 
Weber übergab die Skulptur 2013 der Stadt Staufen für die Neugestaltung des der französischen Partnerstadt Bonneville gewidmeten Platzes. Ein in zwei Teile gespaltener Stein bewahrt in seiner Mitte eine mit wenigen Kerben hervorgehobene Stele. Wie Wächter sind die beiden äußeren Steine voneinander getrennt, neigen sich jedoch kaum sichtbar einander zu und hüten die Stele in ihrer Mitte wie die beiden Städte die Städtepartnerschaft und das kostbare Geschenk der deutsch-französischen Freundschaft hüten sollen.

Norbert Bühler (geb. 1966)
 
Der gelernte Schlosser Norbert Bühler lebt und arbeitet in Staufen, wo er am Schlossberg ein Atelier betreibt. Die Skulptur „Das Paar“ entstand 1994 anlässlich des Abschlusses der Städtepartnerschaft Staufens mit Kazimierz Dolny in Polen. Die Idee zu der Skulptur kam dem Künstler nach dem Staufener Johannisfeuer, als er aus der kalten Asche verformte Nägel zog. Bühlers humorvolle und froh stimmende Werke greifen häufig Ideen auf, die er aus der Arbeit mit altem Metall gewinnt.

Astrid Hohorst (geb. 1961)

Astrid Hohorst hat nach einer Buchdruckerlehre an der Kunstakademie Karlsruhe studiert und war Meisterschülerin von Stephan Balkenhol. Seit 2004 arbeitet sie in einem Ateilier im E-Werk Freiburg. Die in der Kirchstraße ausgestellte Arbeit ist aus Epoxydharz gegossen und zusammen mit dem Stahlsockel etwa 1,6 Meter hoch. Die an ein Tier erinnernde Form gleitet ruhig durch die Kirchstraße.
 

Franz-Gerhard Müller (1926–2005)
 
Der aus Eichwalde bei Berlin stammende Steinbildhauer Franz-Gerhard Müller zog in den 1960er Jahren nach Staufen, wo er eine Bildhauerwerkstatt in der Wettelbrunner Straße übernahm. Ein Teil seines bildhauerischen Nachlasses kam an die Stadt Staufen, darunter die auf dem Kirchplatz stehende Skulptur „Durchblick“. Müller schuf aus dem roten Sandstein eine ruhig fließende Form, die sich schützend um den eiförmigen „Durchblick“ legt.

Marco Ohnesorge (geb. 1960)
 
Der Steinbildhauer Marco Ohnesorge lebt und arbeitet in Staufen. Die zweiteilige Arbeit „Skulpturenweg“ am Bahnhof besteht aus einer hohen Holzsäule, auf der in Piktogrammen die Geschichte des Staufener Skulpturenwegs 1996/97 dargestellt ist, sowie einem Granitfindling mit archaisch-astronomischen Symbolen. Wie Wegmarken begrüßt die Skulptur die am Bahnhof Ankommenden und führt in die künstlerische Atmosphäre der Stadt ein.

Marco Schuler (geb. 1972)

Mit dem 2012 für den Belchen geschaffenen monumentalen „Orbi“ des im Markgräflerland lebenden Bildhauers Marco Schuler wird eine gut 5 Meter hohe Skulptur der Öffentlichkeit erneut zugänglich gemacht. Das turmähnliche Objekt, gefertigt aus 30 Bänken des Papstbesuchs 2011 in Freiburg, erinnert an archaische Idole. Vier Augenhöhlen, die den Weltkreis in den Blick nehmen (lateinisch orbis – der Weltkreis), verleihen ihm menschliche Ausdruckskraft und machen es zu einem freundlichen Riesen.

Texte: Die Beschreibungen der Skulpturen von Kurt Lehmann sind entnommen aus Rudolf Lange: „Kurt Lehmann – Ein Bildhauerleben“, Hannover 2005; übrige Texte: Jörg Martin, Stadt Staufen.

Technisches Denkmal „Fark'sche Werkstatt“

Die 1892 gegründete Maschinenbau- und Schlosserwerkstatt von Emil Fark ist fast vollständig erhalten. Seit kurzem können alle Maschinen wieder im Betrieb besichtigt werden. Die vom Arbeitskreis Staufener Stadtbild e.V. betreute Werkstatt gibt einen hervorragenden Einblick in die Frühzeit des deutschen Maschinenbaus (vgl. auch das Video bei Youtube).



Öffnung: auf Anfrage beim Arbeitskreis Staufener Stadtbild, Manfred Kiefer, Tel.: (07633) 8209472.

Ausführliche Informationen des Arbeitskreises Staufener Stadtbild

Literarische Ausstellung: Huchel und Kästner

Bild von Stefan Moses

Nachdem Peter Huchel die DDR am 27. April 1971 nach acht Jahren Isolation endlich verlassen durfte, fand er in Staufen im Breisgau die »Notherberge« seines Alters. Auf den Tag 42 Jahre nach Huchels Ausreise wurde in Staufen eine literarische Dauerausstellung eröffnet, die diesem bedeutenden Lyriker und Literaturredakteur ebenso gewidmet ist wie seinem späten Freund Erhart Kästner.

Kästner, der in den 50er Jahren durch seine Griechenland-Bücher bekannt geworden ist und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, der Bibliothek von Leibniz und Lessing, nach 1945 wieder Weltgeltung verschafft hat, hatte einige Jahre vor Huchel seinen Alterssitz im künstlerfreundlichen Staufen genommen und Huchels Ansiedlung dort ermöglicht.

Von ihren wenigen Staufener Jahren, in denen sie ihre Freundschaft auf täglichen Spaziergängen und in oftmals wortlosem Einverständnis pflegten, blendet die Ausstellung in vier Abteilungen zurück auf die Lebenswerke der 1903 und 1904 Geborenen, in denen sich die deutsche Literatur- und Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts exemplarisch spiegelt.

In Staufen wird außerdem der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik verliehen. Die vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Auszeichnung für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis wird jährlich am Geburtstag Peter Huchels, dem 3. April, verliehen.

Literarische Ausstellung im Stubenhaus Staufen, Hauptstr. 54 a.

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14–17 Uhr (Winterpause: 1. Dezember – 31. Januar).

Von Montag bis Freitag kann vormittags der Schlüssel zur Ausstellung im Kulturreferat der Stadt Staufen (Rathaus Staufen, gegenüber dem Stubenhaus) abgeholt werden.

Stadtmuseum im Rathaus

Das Stadtmuseum zeigt ausgewählte Episoden aus der Geschichte der Stadt Staufen in den historischen Räumen des Rathauses. Die Multimediastation im 1. Stock präsentiert unter anderem eine Videorekonstruktion des mittelalterlichen Staufens.



Stadtmuseum im Rathaus, Hauptstr. 56. Öffnung: während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung sowie Sonntag 14–17 Uhr.

Schaufenster der Galerie Fluchtstab


Diesen Monat im Schaufenster: Arbeiten von Hans Sieverding (Malerei) und Johannes Beyerle (Zeichnung).

Galerie Fluchtstab, Kirchstraße 16, 79219 Staufen im Breisgau, Kontakt: Elmar Bernauer, Telefon 07633 82107

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