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36. Wirtschaftsgespräch des Mittelzentrums Bad Krozingen-Staufen

Die Städte Bad Krozingen und Staufen hatten zum 36. Wirtschaftsgespräch nach Staufen geladen. Die Gastgeber Bürgermeister Volker Kieber und Michael Benitz konnten sich über ein vollbesetztes Stubenhaus freuen. Dies lag sicherlich einerseits am sehr aktuellen Thema „Auf dem Weg zum attraktiven Arbeitgeber – was man heute für morgen wissen sollte“, aber sicher auch an Jutta Rump, die den Vortrag hielt. Sie gehört zu den führenden Köpfen des Personalwesens und zu den anerkanntesten Professoren für Personalmanagement im deutschsprachigen Raum und ist die Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) in Ludwigshafen.

Professorin Dr. Jutta Rump mit den Gastgebern des Wirtschaftsgespräch, Bürgermeister Michael Benitz, Staufen (l.), und Bürgermeister Volker Kieber, Bad Krozingen (r.)

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Dieser wird durch die demografische Entwicklung weiter zunehmen. Insbesondere die Alterung der Belegschaften, das Anheben des Rentenalters, der sinkende Anteil an Nachwuchskräften und der Rückgang der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter führen dazu, dass die Betriebe zunehmend Probleme haben geeignetes Personal zu finden. Dabei ist nach Aussage von Rump dies erst der Anfang. Bis zum Jahr 2035 wird das Problem gravierend ansteigen. Und wenn der Arbeitgeber dann erst anfängt darüber nachzudenken, wie und woher er geeigneten Nachwuchs bekommt, muss er feststellen, dass es nicht genügend Kräfte gibt und wird dann in Zukunft auf Kollege Algorithmus oder Kollege Roboter setzen. So könnten Roboter  beispielsweise in der Pflege eingesetzt werden. Doch was gehört zu einem attraktiven Arbeitgeber?

Bisher reichte es meistens, dass die Bezahlung und die Karrierechancen in einem Betrieb stimmten. Heutzutage reicht das längst nicht mehr. Durch Veränderungen, die ständig im Betrieb stattfinden, werden Arbeitnehmer davon abgehalten, sich hundertprozentig für den Betrieb einzusetzen, aber der Arbeitnehmer muss sich mit der Firma identifizieren können. „Er muss für die Firma brennen“, so Rump, nur so bindet man ihn und nur so bekommt man auch Fachkräfte. Wenn eine Firma eine DNA hat, also eine Geschichte, dann gelingt dies besser. Ganz wichtig ist die Wertschätzung der Mitarbeiter. Man muss immer deren Lebenssituation im Blick haben und dann die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen. Hierbei gilt es das richtige Verhältnis zwischen Arbeit und Familie zu finden. Auch müssen Stärken und Talente gefördert und diese auch am Arbeitsplatz eingesetzt werden. Zudem muss die Belegschaft fit gehalten werden. Es müssen immer wieder neue Reizpunkte gesetzt werden. „Tun sie Gutes und reden sie darüber“ war ein Tipp von Jutta Rump an die vielen Zuhörer. Besonders wichtig für einen guten Arbeitgeber sind auch die Führungskräfte. „Sie sind das Zünglein an der Waage“, gab Rump zu bedenken „sie können nur das nach außen kommunizieren, was sie auch selbst nach innen vorleben. Nur so werden die Mitarbeiter für den Betrieb brennen und die Extrameile gehen.“

Text und Foto: Yvonne Krzikowsky

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