Das Obstparadies Staufen siegt beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2019

Martin Geng ist gemeinsam mit seinem Sohn Johannes Geng für ihren Bio-Obstbaubetrieb „Obstparadies Staufen" und die angeschlossene „Obstmanufaktur" in Staufen für ihre gesamtbetriebliche Konzeption zum Sieger beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2019 gekürt worden.

Familie Geng vom Obstparadies Staufen bei der Preisverleihung, Copyright: BLE, Foto: A. Witzel

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner überreichte der gesamten Familie Geng auf der Grünen Woche in Berlin die Siegerurkunde. Im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau werden jedes Jahr drei Biobetriebe für besondere Betriebskonzepte und weitergehende Leistungen für den Ökolandbau und die Region ausgezeichnet. Die Siegerbetriebe erhalten ein Preisgeld von je 7.500 Euro.

Jury lobt biologische Vielfalt und Innovationskraft
Die Jury stellte in ihrer Begründung heraus, dass es Martin und Johannes Geng mit ihrem Betrieb gelungen sei, innerhalb weniger Jahre eine ökologische und wirtschaftliche Wertschöpfung miteinander zu verbinden. Der Betrieb leiste einen wichtigen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt und zum Erhalt einer landschaftsprägenden Anbaukultur. Darüber hinaus wurde von der Jury der komplette Verzicht auf Pflanzenschutzmittel beim Anbau und die hohe Innovationskraft bei der Entwicklung attraktiver Produkte aus den verschiedenen Obstarten hervorgehoben.
„Für mich ist es ein großes Geschenk, Obstbau in dieser Form betreiben zu können. Dass es gemeinsam mit meinem Sohn Johannes und der großen Unterstützung der gesamten Familie und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelungen ist, den Betrieb wirtschaftlich gut aufzustellen, freut uns natürlich umso mehr", sagte Betriebsleiter Martin Geng anlässlich der Preisverleihung.

Gezielte Förderung von Nützlingen
Martin Geng hat mit dem Obstanbau erst im Jahr 2009 begonnen und die ersten drei Hektar auf ökologische Erzeugung umgestellt. Auf 17 Hektar Fläche stehen heute über 2.500 Streuobstbäume, von denen Martin Geng etwa 1.600 selbst gepflanzt hat. Dabei setzt er auf eine große Sortenvielfalt. In den Obstgärten gedeihen rund 300 vorwiegend alte Apfelsorten, 70 Birnensorten und 40 Pflaumen- und Zwetschgensorten. Viele verschiedene Arten Wildobst, aber auch Quitten, Mirabellen, Walnüsse und sogar Kiwis und Kakis sind hier zu finden. Statt Pflanzenschutzmittel einzusetzen, stärkt Martin Geng die Nützlinge. Auf den Obstflächen hat er deshalb 300 Vogelnistkästen und 2.000 Insektennisthilfen installiert sowie Steinmauern und Teiche angelegt.
Etwa 20 Prozent der Ernte wird als Tafelobst direkt ab Hof vermarktet. Die alten Sorten sind bei den Kunden der Region sehr beliebt. In der Manufaktur des Betriebs verarbeitet Sohn Johannes Geng den Großteil der Ernte zu mehr als 120 verschiedenen Spezialitäten. Diese werden im Hofladen und über einen Onlineshop vertrieben. Besonders begehrt sind die Paradies-Prickler, eine alkoholfreie Alternative zum Sekt, welche Geng in seiner kleinen Mosterei keltert. Die Säfte aus den handverlesenen alten Streuobstsorten werden auch sortenrein und als Cuvée abgefüllt. An der Saftpresse und in der Küche der Manufaktur sind Qualität und Genuss die wichtigsten Kriterien. Aus voll ausgereiften und gesunden Früchten werden Fruchtaufstriche, Sirup und die Paradies-Tröpfchen produziert. Hinter dem klangvollen Namen verbirgt sich eine Likörauswahl von über 40 Sorten. Es werden klassische Früchte, aber auch Blüten und viel Wildobst verarbeitet. Um die ökologische Obsterzeugung transparent zu machen, bietet die Familie Geng pro Jahr etwa 40 Führungen durch die Anlagen an mit durchschnittlich 1.600 Besuchern – einer Verköstigung der vielen Obstspezialitäten inklusive.

Der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und die gesamte Stadt Staufen freuen sich mit Familie Geng über diese herausragende Auszeichnung und wünschen ihr weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

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