Ausstellungen

Sonderausstellung im Keramikmuseum: Magische Kristalle (2. Februar – 30. November 2018)

Die Kristallglasur gilt als der Olymp der keramischen Glasuren. Der Herstellungsprozess ist extrem komplex, so dass nur wenige Keramiker die Kristallbildung beherrschen. Notwendig dafür sind eine perfekt eingerichtete Werkstatt, ein ausgeprägtes methodisches Vorgehen in chemischer und physikalischer Hinsicht sowie eine Präzision im Arbeitsstil. Nur eine kleine Abweichung von der Rezeptur führt dazu, dass die Bildung der Kristalle verhindert wird.

Der andere Grund für die Wertschätzung der Kristallglasur liegt in ihrem faszinierenden Farbenspiel und der frappierenden Ausstrahlung einzelner Kristalle, die in ihrer Erscheinung sehr unterschiedlich sein können. So können Kristalle wie Sterne, Blumen, eisblumenartige Gebilde, Schneeflocken, nadelige oder radialstrahlige Aggregate, Würmer, Vulkanausbrüche oder wie aus Feuerwerken bestehende Galaxien aussehen. Manchmal sind die Kristalle wie ein Teppich miteinander ver-schmolzen, manchmal nur einzeln hier und da verteilt – wie Reste einer bereits erfolgten Explosion.

Erfunden wurde die Kristallglasur in der Epoche des Jugendstils. In Fachkreisen empfand man die Entdeckung der Kristallglasur als Sensation. Auf den internationalen Weltausstellungen wetteiferte man um die besten Ergebnisse. Mit der Pariser Weltausstellung 1889 kann man von dem ersten öffentlichen Aha-Effekt sprechen. Es folgten Weltausstellungen 1893 in Chicago, 1900 in Paris und 1904 in St. Louis. Die Faszination Kristallglasur erreichte auch den amerikanischen Kontinent. Die ersten Kristallprodukte der Rockwood-Pottery waren so wertvoll, dass sie laut Berichten von Zeitgenossen sogar mit Goldmünzen aufgewogen wurden. Indirekt zeugen diese Preise davon, in welchem Maße der Ausschuss mitgebrannt wurde, bis einige wenige gelungene Stücke in den Ver-kauf kamen.

Ausstellung im Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Str. 3, vom 2. Februar – 30. November 2018. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr und Sonntag 12–17 Uhr.


Studioausstellung im Keramikmuseum: Hozana Gomez da Costa (12. Oktober – 25. November 2018)

Foto: Harald Jasser



Die in Recife/Brasilien geborene und in Stuttgart-Leonberg lebende Hozana Gomez da Costa zeigt im Keramikmuseum Staufen ihre neuen Porzellanarbeiten von gewohnt hoher Perfektion und Sinnlichkeit. Die Eröffnung der Studio-Ausstellung findet am Freitag, 12. Oktober, um 19 Uhr statt. Die Kunsthistorikerin Christiane Grathwohl aus Freiburg stellt die Künstlerin vor. Matthias Stich begleitet am Saxophon.
 
Hozana Gomez da Costa absolvierte ein Studium für Industrie-Design in Saarbrücken und für Gefäßkeramik an der Freien Kunstakademie Nürtingen. Ihre Spezialität sind Schwingschalen, dünnwandige, frei gedrehte Gefäße, die nur in einem Punkt ihren Untergrund berühren. Vollkommen durch ihr Eigengewicht ausbalanciert, reagieren sie auf Impulse und geraten in Schwingung. Eine weitere Besonderheit dieser Schalen ist ihre intensive Farbigkeit in differenzierten Abstufungen von weiß über rosé und gelb bis hin zu Blau-, Grün- und Grautönen. Das seidenmatt geschliffene Äußere fühlt sich weich und samtig an und steht stets im Kontrast zum glatten und glänzenden Inneren, das den Blick hinein in die Form zieht.
 
Die Künstlerin verbindet in diesen Gefäßen puristische Klarheit mit der Poesie von Leichtigkeit und einem Hang zum Schweben.
 
Ausstellung vom 12. Oktober bis 25. November 2018 im Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunner Str. 3, 79219 Staufen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr, Sonntag 12–17 Uhr.

Eröffnet wird die Studioausstellung am Freitag, 12. Oktober, um 19 Uhr.
 


Überblick: Studioausstellungen 2018 im Keramikmuseum


Seit über 20 Jahren veranstaltet der Förderkreis Keramikmuseum Staufen e.V. Studio-Ausstellungen mit zeitgenössischen Keramikerinnen und Keramikern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Weitere Informationen findenSie unter www.keramikmuseum-staufen.de.

9.02. – 18.3.2018 Corinna Petra Friedrich, Leipzig

Während ihres Studiums der Malerei und Grafik in Leipzig entdeckte Corinna Petra Friedrich (*1982) den Werkstoff Ton für sich und absolvierte schließlich eine keramische Ausbildung mit Aufbaustudium im Studiengang Plastik an Burg Giebichenstein in Halle. Seit 2015 hat sie ihre eigene Werkstatt in Leipzig. Ob Einzelstück oder Kleinserie, ihre Keramik zeichnet ein großer Reichtum von Ornamenten in Collagetechnik und eine Malerei von eigenwilliger Farbigkeit aus.

23.3. – 13.5.2018 Sibylle Meier, CH-Zürich

Angesichts der täglich aussterbenden Arten hat Sibylle Meier (*1972) eine neue Spezies kreiert. Julie, Olga, August oder Leopold nennt sie ihre Wesen aus einer eigenwilligen Kombination von Organen und Gefäßen, die an Mensch und Tier erinnern. Durch Abstraktion und Reduktion auf bestimmte individuelle Merkmale setzt sie Akzente und bildet besondere Charakteren aus, die mit ihren ausgeprägten Eigenarten den Kontakt mit einem Gegenüber suchen.

18.5. – 1.7.2018 Xavier Duroselle, F-Sahune (Südfrankreich)

Fasziniert von den großen chinesischen Vorbildern, hat sich Xavier Duroselle (*1962) den Seladon- und Ochsenblutglasuren in ihrer besonderen Farbigkeit und Transparenz verschrieben. Von unverwechselbarem Charakter sind seine dünnwandigen, subtil deformierten und teils in Auflösung begriffenen Porzellanschalen. Der Künstler sucht die Nähe zur Natur, zu Blüten, Blättern und Früchten, deren Schönheit die Vergänglichkeit nichts anhaben kann.


13.7.2018 Eröffnung der Aktionstage: 20 Uhr mit der Vernissage der Studioausstellung von Mathies Schwarze aus Oeschgen/ Schweiz und Anzünden der Feuersäule auf dem Museumsplatz.


14./15.7.2018 Aktionstage des Keramikmuseums Staufen mit Schautöpfern und Kurzführungen


13.7. – 19.8.2018 Mathies Schwarze, CH-Oeschgen

Der Töpfer Mathies Schwarze (*1944) sieht sich in der Tradition des alten Handwerks, für das die Fertigkeit des Drehens unverzichtbare Grundlage der Arbeit am keramischen Gefäß ist. Auf der Töpferscheibe lässt er Vasen unter seinen Händen wachsen, fasziniert vom unendlichen Spiel mit Volumen und Proportionen. Oft entziehen sie sich der Verwendbarkeit, genügen sich selbst als reine Formen und erfahren durch Glasuren bzw. Glasurbilder individuelle Vollendung.
 
24.8. – 7.10.2018 Antje Scharfe, Berlin

Die Ostberliner Keramikerin Antje Scharfe (*1953), nach der Wende langjährige Professorin des Studiengangs Plastik an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, hat sich früh vom Gefäß im herkömmlichen Sinne verabschiedet. Ironisch und hintersinnig spielt sie mit Klischees. Alltägliche Gegenstände aus Küchenschrank und Kult finden sich als Silhouetten oder Fundobjekte in Stillleben wieder und entwickeln ein Eigenleben voller Erinnerungen und Assoziationen.
 
12.10. – 25.11.2018 Hozana Gomes da Costa, Leonberg

Die Porzellanschalen von Hozana Gomes da Costa weisen eine besondere Harmonie und Leichtigkeit auf. Die frei gedrehten, wohlproportionierten Gefäße sind von vollendeter Gleichmäßigkeit, ihre Rundungen makellos bis hin zum punktgleichen Boden, auf dem die Form ausschwingt. Eine zartfarbene, seidig matte Außenseite steht im Kontrast zu einer glasierten Innenseite, deren Farbintensität und Glanz wie ein Sog den Blick nach innen zieht.

Keramikmuseum Staufen, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14–17 Uhr, Sonntag 12–17 Uhr.
Weitere Informationen unter: www.keramikmuseum-staufen.de.


Haus der modernen Kunst


Das „Haus der Modernen Kunst“, Ballrechter Str. 19, 79219 Staufen-Grunern, wurde im März 2007 eröffnet. Zusammen mit dem Art-Café verfügt es insgesamt über fast 400 qm Ausstellungsfläche. 

 
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag und Feiertage jeweils 15–18 Uhr (oder nach telefonischer Vereinbarung, Tel. 07633 929441).

Homepage


Technisches Denkmal „Fark'sche Werkstatt“

Die 1892 gegründete Maschinenbau- und Schlosserwerkstatt von Emil Fark ist fast vollständig erhalten. Seit kurzem können alle Maschinen wieder im Betrieb besichtigt werden. Die vom Arbeitskreis Staufener Stadtbild e.V. betreute Werkstatt gibt einen hervorragenden Einblick in die Frühzeit des deutschen Maschinenbaus (vgl. auch das Video bei Youtube).



Öffnung: auf Anfrage beim Arbeitskreis Staufener Stadtbild, Manfred Kiefer, Tel.: (07633) 8209472.

Ausführliche Informationen des Arbeitskreises Staufener Stadtbild


Literarische Ausstellung: Huchel und Kästner

Bild von Stefan Moses

Nachdem Peter Huchel die DDR am 27. April 1971 nach acht Jahren Isolation endlich verlassen durfte, fand er in Staufen im Breisgau die »Notherberge« seines Alters. Auf den Tag 42 Jahre nach Huchels Ausreise wurde in Staufen eine literarische Dauerausstellung eröffnet, die diesem bedeutenden Lyriker und Literaturredakteur ebenso gewidmet ist wie seinem späten Freund Erhart Kästner.

Kästner, der in den 50er Jahren durch seine Griechenland-Bücher bekannt geworden ist und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, der Bibliothek von Leibniz und Lessing, nach 1945 wieder Weltgeltung verschafft hat, hatte einige Jahre vor Huchel seinen Alterssitz im künstlerfreundlichen Staufen genommen und Huchels Ansiedlung dort ermöglicht.

Von ihren wenigen Staufener Jahren, in denen sie ihre Freundschaft auf täglichen Spaziergängen und in oftmals wortlosem Einverständnis pflegten, blendet die Ausstellung in vier Abteilungen zurück auf die Lebenswerke der 1903 und 1904 Geborenen, in denen sich die deutsche Literatur- und Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts exemplarisch spiegelt.

In Staufen wird außerdem der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik verliehen. Die vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Auszeichnung für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis wird jährlich am Geburtstag Peter Huchels, dem 3. April, verliehen.

Literarische Ausstellung im Stubenhaus Staufen, Hauptstr. 54 a.

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14–17 Uhr (Winterpause: 1. Dezember – 31. Januar).

Von Montag bis Freitag kann vormittags der Schlüssel zur Ausstellung im Kulturreferat der Stadt Staufen (Rathaus Staufen, gegenüber dem Stubenhaus) abgeholt werden.


Stadtmuseum im Rathaus

Das Stadtmuseum zeigt ausgewählte Episoden aus der Geschichte der Stadt Staufen in den historischen Räumen des Rathauses. Die Multimediastation im 1. Stock präsentiert unter anderem eine Videorekonstruktion des mittelalterlichen Staufens.



Stadtmuseum im Rathaus, Hauptstr. 56. Öffnung: während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung sowie Sonntag 14–17 Uhr.


Schaufenster der Galerie Fluchtstab


Diesen Monat im Schaufenster: Arbeiten von Franz Gutmann.

Galerie Fluchtstab, Kirchstraße 16, 79219 Staufen im Breisgau, Kontakt: Elmar Bernauer, Telefon 07633 82107

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Stadt Staufen im Breisgau
Hauptstr. 53 Rathaus
79219 Staufen i. Br.
Telefon 07633 805 - 0
Fax 07633 50593
Kultur/Archiv
Hauptstr. 53 Rathaus
79219 Staufen i. Br.
Telefon 07633 805-30

Ansprechpartner

Herr Jörg Martin

Kultur/Archiv

Telefon 07633 805-30
Gebäude: Rathaus
Raum: E06