Literarische Ausstellung: Huchel und Kästner

Bild von Stefan Moses

Nachdem Peter Huchel die DDR am 27. April 1971 nach acht Jahren Isolation endlich verlassen durfte, fand er in Staufen im Breisgau die »Notherberge« seines Alters. Auf den Tag 42 Jahre nach Huchels Ausreise wurde in Staufen eine literarische Dauerausstellung eröffnet, die diesem bedeutenden Lyriker und Literaturredakteur ebenso gewidmet ist wie seinem späten Freund Erhart Kästner.

Kästner, der in den 50er Jahren durch seine Griechenland-Bücher bekannt geworden ist und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, der Bibliothek von Leibniz und Lessing, nach 1945 wieder Weltgeltung verschafft hat, hatte einige Jahre vor Huchel seinen Alterssitz im künstlerfreundlichen Staufen genommen und Huchels Ansiedlung dort ermöglicht.

Von ihren wenigen Staufener Jahren, in denen sie ihre Freundschaft auf täglichen Spaziergängen und in oftmals wortlosem Einverständnis pflegten, blendet die Ausstellung in vier Abteilungen zurück auf die Lebenswerke der 1903 und 1904 Geborenen, in denen sich die deutsche Literatur- und Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts exemplarisch spiegelt.

In Staufen wird außerdem der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik verliehen. Die vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Auszeichnung für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis wird jährlich am Geburtstag Peter Huchels, dem 3. April, verliehen.

Literarische Ausstellung im Stubenhaus Staufen, Hauptstr. 56 a.

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14–17 Uhr (Winterpause: 1. Dezember – 31. Januar).

Von Montag bis Freitag kann vormittags der Schlüssel zur Ausstellung im Kulturreferat der Stadt Staufen (Rathaus Staufen, gegenüber dem Stubenhaus) abgeholt werden.